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Betroffene erhalten Zugang zu Unterlagen manipulierter In-Vitro-Be­fruchtungen

Dienstag, 20. Juni 2017

Den Haag – Im Skandal um zahlreiche manipulierte In-Vitro-Befruchtungen in den Niederlanden hat Ge­sund­heits­mi­nis­terin Edith Schippers den betroffenen Kindern Zugang zu den vorhandenen Unterlagen in Aussicht gestellt.

Die Unterlagen der 2009 geschlossenen Kinderwunschklinik MC Bijdorp würden aufbewahrt und einem universitären medizinischen Zentrum zur Verfügung gestellt, heißt es in einem gestern veröffentlichten Schreiben der Ministerin an das niederländische Parlament. Sie halte es für wichtig, dass die Kinder Forschungen zu ihrer Herkunft anstellen können.

Im Zentrum des Skandals steht der im April gestorbene frühere Samenbank-Direktor Jan Karbaat, der laut Presseberichten bei zahlreichen Frauen eine Befruchtung mit seinem eigenen Sperma vorgenommen haben soll. Die Ministerin sprach sich zwar dafür aus, dass den Kindern grundsätzlich der Zugang zu den Dokumenten möglich sein soll. Zugleich wies sie aber darauf hin, dass die Dokumente nach Experteneinschätzung möglicherweise auch keine eindeutigen Auskünfte ermöglichen.

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Für die Verwaltung der Unterlagen ist nunmehr das Radboudumc-Zentrum in Nijmegen zuständig. Ein Rotterdamer Richter entschied kürzlich, dass die Rückverfolgung der Vaterschaft mit Hilfe persönlicher Hinterlassenschaften Karbaats zulässig sei. In jedem Einzelfall soll ein Gericht darüber entscheiden, wie mit den vorhandenen Beweismitteln umgegangen wird.

Der Verdacht gegen Karmaat wurde zum Teil erhärtet, nachdem ein Kind aus Karbaats Ehe freiwillig sein Erbmaterial zu Vergleichszwecken zur Verfügung gestellt hatte. Karbaat arbeitete in den 1970er-Jahren im Zuider-Krankenhaus in Rotterdam. 1979 kündigte er dort und gründete im nahe gelegenen Barendrecht seine eigene Kinderwunschklinik.

© afp/aerzteblatt.de

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