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Ärzteschaft

Fachärzte wollen vertragsärztliche Grundversorgung stärken

Dienstag, 20. Juni 2017

Berlin – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (Spifa) fordert, alle relevanten Betreuungs- und Koordinationsleistungen sowie die Leistungen, die mit der pauscha­lierten fachärztlichen Grundvergütung belegt sind, aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) herauszunehmen und in die extrabudgetäre Gesamtvergütung (EGV) zu überführen.

„Hierdurch werden effiziente Anreize gesetzt, die zu einer nachhaltigen Stärkung der notwendigen wohnortnahen ärztlichen Grundversorgung führen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Dirk Heinrich.

Zur Erinnerung: Das Gesamthonorar setzt sich im Augenblick zu rund 70 Prozent aus der MGV zusammen. Die Leistungen dieses Bereiches unterliegen einer Mengensteuerung, will heißen, dass Ärzte bei Überschreiten einer bestimmten Leistungsmenge für darüber hinausgehende Leistungen eine geringere Vergütung erhalten. Die Leistungen der EGV – rund 30 Prozent der Leistungen – unterliegen nicht der Mengensteuerung.

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Die Mitgliedsverbände des Spifa fordern grundsätzlich feste Preise ohne Mengen­begrenzung für alle ärztlichen Leistungen. Die Überführung der Grundleistungen von der MGV in die EGV soll dazu ein erster Schritt sein. „Die wohnortnahe vertrags­ärztliche Grundversorgung stellt das Rückgrat der medizinischen ambulanten Gesundheitsversorgung in Deutschland dar.

Die heute bestehende Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung insgesamt, wird wesentlich durch sie bewirkt“, hieß es aus dem Verband. Allerdings sei die Grundversorgung durch den Arztmangel gefährdet. „Dieser Entwicklung muss entgegengewirkt werden“, fordert der Verband. 

© hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 20. Juni 2017, 22:24

SpiFa polemisiert gegen Hausärzte!

Mit seinem neuen Grundsatzpapier stellt der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) im Gegensatz zu der hier vorgelegten Darstellung im Deutschen Ärzteblatt (DÄ) den Versorgungsauftrag der Hausärzte in Frage.

Die fachärztlichen "Grundversorger" entlasteten und ergänzten angeblich Hausärztinnen und Hausärzte, wird vom SpiFa irreführend behauptet. Obwohl gerade der Hausarzt-Job in der Realität von Fachärzten tatsächlich gar nicht vollständig erledigt werden kann.

Das wird vom Gesetzgeber bisher mit der Förderung der Hausarzt-Zentrieren-Versorgung (HzV) beantwortet, einen Honorartropf, den der SpiFa nur allzu gerne in s e i n e n Honorartopf im Sinne seiner Mitglieder umleiten möchte.

Doch zur hausärztlichen Grundversorgung gehört das gesamte Gebiet der ambulant umfassend sicherzustellenden Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, nicht nur die fachärztliche Rosinen-Pickerei:

1. Haus- und Heimbesuche auch zu Unzeiten, Beratung der Angehörigen
2. Routine- und Überwachungs-Labor, Kontroll-EKG, Lungenfunktion etc.
3. Differenzialdiagnostische Erörterung/Erklärung von Krankheitsbildern
4. Berücksichtigung bio-psycho-sozialer Lebens- und Krankheitsumstände
5. Aufarbeitung von Nebenwirkungen, Chancen, Risiken, Alternativen
6. Koordination, Kommunikation, Motivation, Empathie, Zuwendung, Steuerung
7. Prävention, Vorsorgeuntersuchungen, flankierende psychosoziale Hilfen
8. Begrenzung von "Flatrate"- und "all-you-can-eat"-Mentalität
9. Reflexion der medizinisch psychosomatischen Machbarkeiten

Das alles kann der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) mit seinem Positionspapier in den Arbeitsinhalten seiner Facharzt-Mitglieder nicht konkret verorten, benennen, anregen oder konkretisieren.

Seine Ausführungen erinnern zu sehr an das Märchen "Der Hase und der Igel"!
Als der Hase wieder oben ankam, rief ihm der Igel entgegen: "Ich bin schon da!" Der Hase aber, ganz außer sich vor Eifer, schrie: "Es wird noch mal gelaufen!" "Mir recht, meinetwegen so oft, wie du Lust hast", antwortete der Igel. So lief der Hase dreiundsiebzigmal und der Igel hielt es immer wieder mit ihm aus. Jedes Mal, wenn der Hase unten oder oben ankam, sagte der Igel oder seine Frau: "Ich bin schon da!" Aus http://maerchen.woxikon.de/27/der-hase-und-der-igel

So werden immer weniger Hasen (Hausärzte) von den vielen Igeln (Fachärzte) hereingelegt. Der SpiFa duckt sich wie Herr und Frau Igel in der Ackerfurche, bis Politiker, Medien, Medizin-Journalisten und die interessierte Öffentlichkeit bzw. die hausärztlichen "alten Hasen" vorbeikommen.

Dann springt er wie die Igel-Familie auf und ruft ganz laut: "Ich bin schon da!" Oder wie es auf Plattdeutsch unter dem Titel "De Has un de Swinegel" heißt: "Ick bün al dor"!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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