NewsÄrzteschaftStrahlentherapeuten setzen auf individualisierte Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Strahlentherapeuten setzen auf individualisierte Therapie

Dienstag, 20. Juni 2017

/Axel Kock, stock.adobe.com

Berlin – Die Strahlentherapie bei Brustkrebspatientinnen sollte individueller erfolgen, als dies im Augenblick der Fall ist. Das hat der President-Elect der Deutschen Gesell­schaft für Radioonkologie (DEGRO), Wilfried Budach, auf der 23. Jahrestagung der Fachgesellschaft gefordert. „Das ,One fits all'-Konzept hat ausgedient, auch in den frühen Brustkrebsstadien. Die Strahlentherapie muss sich in Zukunft stärker am individuellen Risiko der Patientin orientieren“, sagte Budach in Berlin.

Nach einer brusterhaltenden Brustkrebs-Operation schließt sich bei Patientinnen fast immer eine Strahlentherapie an. Nach der derzeit noch gültigen Version der S3-Leitlinie soll die gesamte verbliebene Brust und die angrenzende Thoraxwand bestrahlt werden, die Dosis soll rund 50 Gy bei konventioneller Fraktionierung betragen. Diese Empfehlungen werden sich laut der Fachgesellschaft in der kurz vor der Veröffentlichung stehenden neuen S3-Leitlinie erheblich verändern, denn neuere Studien hätten zahlreiche Hinweise darauf gegeben, dass Abweichungen für die Patientinnen von Vorteil sein können.

Anzeige

So könne für die meisten Patientinnen die Strahlentherapie im Sinne einer Deeska­lation nach der Operation von bislang er fünf bis sechseinhalb Wochen auf drei bis viereinhalb Wochen verkürzt werden. Bei Niedrigrisikopatientinnen könne zudem eine Teilbestrahlung der Brust ausreichend sein. „Wir sollten nicht länger bei allen Patientinnen an der Ganzbrust-Bestrahlung festhalten“, so Budach.

In anderen Fällen könne aber auch eine Eskalation der Therapie sinnvoll sein. So wurde die Bestrahlung der regionalen Lymphknoten bislang nur bei Patientinnen mit über drei positiven axillären Lymphknoten empfohlen. Neue Daten zeigten indes, dass die Bestrahlung der Brustwandlymphknoten das Gesamtüberleben bei Patientinnen mit Lymphknoten-positivem Brustkrebs signifikant verbessere.

„Die Strahlentherapie muss sich in Zukunft stärker am individuellen Risiko der Patientin orientieren. Die DEGRO setzt sich dafür ein, dass jede Betroffene zukünftig so viel Therapie wie nötig und so wenig wie möglich bekommt“, erklärte Budach.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. September 2020
Lugano/Köln – Der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt bei Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positivem (HR+), Her2-negativem (Her2-) Brustkrebs und hohem Rückfallrisiko die Rate invasiv rezidivierter und
Frühes Mammakarzinom: CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt das Rezidivrisiko deutlich
3. September 2020
Köln – Viele Versorgungsaspekte des gültigen Chronikerprogramms (Disease Management Programm, DMP) Brustkrebs sollten oder könnten überarbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des
IQWiG sieht Änderungsbedarf beim Chronikerprogramm zu Brustkrebs
2. September 2020
Köln – Bestimmte Patientinnen mit Brustkrebs können von einer Therapie mit dem PARP-Inhibitor Talazoparib profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
IQWiG sieht Anhaltspunkt für beträchtlichen Zusatznutzen von Talazoparib bei Brustkrebs
20. August 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat dem Wirkstoff Ribociclib einen Zusatznutzen in geringem Ausmaß bei der Behandlung von Brustkrebspatientinnen zugesprochen. Die gilt für Frauen, die
G-BA erkennt Zusatznutzen von Ribociclib gegen Brustkrebs an
13. August 2020
London – Ein früher Beginn eines jährlichen Brustkrebsscreenings im Alter von Anfang 40 hat in einer randomisierten Studie aus Großbritannien in den ersten 10 Jahren die Zahl der Brustkrebstodesfälle
Mammografie ab dem 40. Lebensjahr senkt in Studie Brustkrebssterblichkeit
15. Juli 2020
Melbourne – Der PARP-Inhibitor Olaparib, der zur Behandlung des fortgeschrittenen Ovarial- und Mammakarzinoms bei Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen zugelassen ist, kann möglicherweise die
Brustkrebs: Behandlung mit Olaparib könnte ovarielle Reserve gefährden
5. Juni 2020
Alexandria – Die zielgerichtete Therapie mit Tucatinib zusätzlich zu Trastuzumab und Capecitabin verlängert deutlich das Überleben von Frauen mit einem metastasierten HER2-positiven Brustkrebs, die
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER