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Ausland

Mehr als 1.100 Cholera-Tote im Jemen

Mittwoch, 21. Juni 2017

Genf – Im Jemen sind inzwischen mehr als 1.100 Menschen an der Cholera gestorben. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) sprach gestern von 1.170 Todes- und 170.000 Verdachtsfällen, seit die Epidemie Ende April einsetzte. Jeden Tag kommen demnach rund 2.000 Verdachtsfälle hinzu. Im Jemen sind zwei Drittel der Bevölkerung vom Hunger bedroht. Die WHO hatte daher bereits gewarnt, dass bis Jahresende bis zu 250.000 Menschen in dem arabischen Land an Cholera erkranken könnten.

Schiitische Huthi-Rebellen kämpfen im Jemen seit Anfang 2015 gegen Truppen des  Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen. Durch den Konflikt gab es rund 8.000 Tote und 45.000 Verletzte. Extremistengruppen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht auszubauen.

Wegen des Konflikts ist das Gesundheitssystem teilweise zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen ist geschlossen. So kann sich die eigentlich leicht zu behandelnde Cholera rasch ausbreiten. Die WHO schickte nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 220.000 Rationen intravenös zu verabreichender Flüssigkeit in das Land. Zudem wurden 144 Zentren zur Behandlung von Durchfallerkrankungen und 2.000 Betten zur Behandlung von Cholera-Patienten eingerichtet. © afp/aerzteblatt.de

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