NewsVermischtesSchlafforscher fordern späteren Schulbeginn
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Schlafforscher fordern späteren Schulbeginn

Mittwoch, 21. Juni 2017

/spass, stock.adobe.com

Köln – Schlafforscher haben einen späteren Schulbeginn gefordert. Neun Uhr wäre eine gute Zeit, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Alfred Wiater, heute in Köln. Ein Unterrichtsbeginn noch vor acht Uhr sei „sicherlich problematisch“. Und wenn schon, dann solle der Schultag mit Fächern wie Sport, Kunst oder Musik anfangen und nicht gerade mit Mathe oder Physik.

Der im europäischen Vergleich eher frühe Schulbeginn in Deutschland mache insbesondere Schülern ab der Pubertät zu schaffen, sagte Wiater. Es setze dann ein „Time-Shifting zum Spät-Typen“ ein. Dementsprechend kämen viele Jugendliche unausgeschlafen zur Schule.

Anzeige

Eine Studie der Universität Leipzig vom vergangenen Jahr habe jedoch gezeigt, dass schon eine halbe Stunde weniger Schlaf die Leistungsfähigkeit in der Schule um 30 Prozent reduziere. „Wenn wir über eine Bildungsoffensive nachdenken, dann sollte auch der frühe Schulbeginn zur Diskussion stehen“, forderte Wiater. Deutschland brauche eine „neue Schlafkultur“, in der es nicht mehr als bewundernswert gelte, wenn jemand behaupte, mit vier Stunden Schlaf auszukommen.

© dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #108046
Mathilda
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 16:20

Deutschland braucht eine "neue Schlafkultur" - wie wahr!

"brauche eine „neue Schlafkultur“, in der es nicht mehr als bewundernswert gelte, wenn jemand behaupte, mit vier Stunden Schlaf auszukommen." - wie wahr, wie wahr!
Allerdings leidet der Schlaf der Deutschen vor allem daran, dass sie physiologisch falsch schlafen: es wird viel zu spät ins Bett gegangen und dadurch in der Woche viel zu kurz geschlafen. Man brüstet sich mit kurzen Schlafzeiten, die aber vor allem durch spätes Zubettgehen entstehen.
Dieses als Erwachsen geltende Schlafverhalten wird von Jugendlichen mit der Pubertät kopiert, wodurch dort ebenfalls zu kurze Schlafzeiten entstehen.
Die Lösung kann aber nicht sein, den gesamten Tagesinhalt immer weiter nach hinten zu schieben. Mittag muss mal wieder Mittag, also die Mitte des Tages werden. Und zwar Mittag nach MEZ, nicht nach MESZ.
Wer früh um 6 Uhr aufstehen muss, müsste demnach bei 9 Stunden Schlaf, wie sie empfohlen werden, 21 Uhr Schlafen (nicht: ins Bett gehen). Pubertierende Jugendliche können gerne auch 10 Stunden Schlaf gebrauchen, was dann 20 Uhr Bettruhe bedeuten würde. Nun prüfen jeder sich selbst...
Der wichtigste Schritt für Eltern (und Schlafforscher): ab spätestens 20 Uhr Entzug von Smartphones, Tablets, Computern aller Art und des Fernsehers. Wird das konsequent über 1 Monat durchgezogen, dann kann man nochmals das Schlafverhalten prüfen.
Jugendliche können heute gar nicht vor 23/24 Uhr schlafen, da sie sich gegenseitig mit Informationen übers Smartphone zuhämmern. Aber das zu beeinflussen, ist Aufgabe der Eltern.
LNS

Nachrichten zum Thema

14. Februar 2019
Boston – Häufige Unterbrechungen des Schlafes vermindern bei Mäusen im Hypothalamus die Produktion des Hormons Hypocretin. Dadurch wird im Knochenmark die Bildung von Entzündungszellen gefördert, die
Warum guter Schlaf vor einer Atherosklerose schützen kann
1. Februar 2019
Berkeley – Eine schlaflose Nacht senkte in einer humanexperimentellen Studie im Journal of Neuroscience (2019; doi: 10.1523/JNEUROSCI.2408-18.2018) am darauffolgenden Tag die Schmerzschwelle für
Wie Schlafmangel Schmerzen verstärkt
1. Februar 2019
Bern – Der Mensch kann selbst im Tiefschlaf ohne Bewusstsein lernen. Schweizer Forscher haben gezeigt, dass Menschen komplexe Informationen wie Worte und Bedeutungen, die sie im Schlaf unbewusst
Menschen lernen auch im Tiefschlaf
30. Januar 2019
Exeter/England – Eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS) ermittelt in Nature Communications (2019; doi: 10.1038/s41467-018-08259-7) 351 Genvarianten, die Menschen morgens früher aufstehen lassen.
Diese Gene machen Menschen morgens (ein wenig) früher wach
28. Januar 2019
St.Louis/Missouri – Bei einem Schlafmangel werden offenbar vermehrt Tauproteine aus Nervenzellen freigesetzt, deren Ablagerungen für den Zelluntergang beim Morbus Alzheimer und anderen Tauopathien
Wie Schlafmangel einen Morbus Alzheimer beschleunigt
24. Januar 2019
Madrid – Wer ständig nachts zu wenig schläft, könnte damit sein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich steigern. Das berichten spanische und amerikanische Wissenschaftler im Journal of the
Guter Nachtschlaf kann kardiovaskuläres Risiko senken
17. Januar 2019
Freiburg – Das Universitätsklinikum Freiburg startet ein Projekt namens „Get Sleep – Stepped Care Modell für die Behandlung von Schlafstörungen“. Darin soll ein Stufenmodell aus hausärztlicher und
LNS
NEWSLETTER