Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Internet hilft Frauen beim Abnehmen nach der Schwangerschaft

Mittwoch, 21. Juni 2017

San Luis Obispo – Eine internetbasierte Intervention hat Frauen aus unteren sozialen Schichten in einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; 317: 2381-2391) geholfen, nach einer Schwangerschaft ihr früheres Gewicht wieder zu erreichen.

Vielen Frauen gelingt es nach einer Schwangerschaft nicht, ihre Ernährung wieder an den niedrigen Kalorienbedarf anzupassen. Laut US-Studien wiegt ein Viertel aller Schwangeren ein Jahr nach der Geburt 4,5 Kilo mehr als vor der Schwangerschaft. Für viele ist die postpartale Phase der Beginn einer Adipositas, die sich in den folgenden Jahren noch verstärkt. Besonders gefährdet sind Frauen aus prekären sozialen Verhältnissen.

Für diese Gruppe bietet die Regierung in Kalifornien bereits ein spezielles Mutter-Kind-Programm („WIC“) an, das allein allerdings nur eine geringe Wirkung erzielt. Ein Team um Suzanne Phelan von der California Polytechnic State University in San Luis Obispo hat jetzt untersucht, ob eine internetbasierte Intervention die Ergebnisse verbessern kann.

An der Studie nahmen 371 Frauen teil (darunter 82 Prozent aus der Gruppe der Hispanics, wo Gewichtsprobleme besonders häufig sind), deren Gewicht auch fünf Monate nach der Entbindung noch 7,8 kg höher war als vor der Schwangerschaft. Alle Frauen nahmen an dem WIC-Programm teil. 

Die Hälfte wurde eingeladen, zusätzlich an einer webbasierten Intervention teilzu­nehmen. Den Frauen wurde nach der Anmeldung eine Kombination aus Schulung, Verhaltenstraining sowie regelmäßige Erinnerungen angeboten. Das Internetportal stellte auch zahlreiche Informationen über die Umstellung der Ernährung zur Verfü­gung, die die Frauen in einem Web-Tagebuch protokollieren konnten. Wöchentlich gab es per Video Schulungen zu Aspekten der Ernährung und der körperlichen Bewegung, die ebenfalls gefördert wurde. Das Programm war weitgehend auto­matisiert und trotz der zahlreichen Angebote war es vom Aufwand her ein „Low-Intensity“-Programm, das dennoch eine Wirkung nicht verfehlte.

Nach 12 Monaten hatten die Teilnehmerinnen der Web-basierten Intervention im Durchschnitt 3,2 Kilo abgenommen. Insgesamt 32,8 Prozent wogen nicht mehr als vor der Schwangerschaft. In der Kontrollgruppe betrug die Gewichtsabnahme im Durchschnitt nur 0,9 Kilo und nur 18,6 Prozent hatten ihr Ausgangsgewicht von vor der Schwangerschaft wieder erreicht. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren signifikant und die Web-basierte Intervention damit ein Erfolg.

Die Gewichtsreduktion wurde in erster Linie durch eine Reduktion der Kalorienzufuhr erreicht. Das Ziel, die jungen Mütter zu mehr körperlicher Bewegung zu motivieren, wurde dagegen verfehlt. Die Gründe konnte die Studie nicht ermitteln. Phelan vermutet aber, dass die Betreuung der Kinder die jungen Mütter so stark beanspruchte, dass sie keine Zeit für sportliche Aktivitäten fanden. Die postpartale Zeit gehört für viele Frauen zu den anstrengendsten Phasen ihres Lebens. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Adipositas: Magenbypass senkt Körpergewicht langfristig und vermeidet Typ 2-Diabetes
Salt Lake City – Ein Roux-en-Y-Magenbypass kann langfristig den Body-Mass-Index senken. In einer prospektiven Beobachtungsstudie konnten die Teilnehmer auch nach 12 Jahren ihr reduziertes......
20.09.17
Schwangerschaft: Behandlung von Begleiterkrankungen meist ohne Komplikation für Mutter und Kind
Rostock – Ärzte sind oft unsicher, wenn es darum geht, schwangere Frauen mit Asthma, Migräne oder anderen Begleiterkrankungen zu betreuen. Die Medikamentenauswahl ist begrenzt. Zwar bestehe häufig......
19.09.17
Mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche in Mecklen­burg-Vorpommern
Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern (MV) leben mehr übergewichtige Kinder als in den Nachbarländern Berlin und Brandenburg. Das geht aus dem ersten Kinderreport hervor, den die AOK Nordost heute......
15.09.17
Berlin plant Kreißsaal-Ausbau wegen Geburtenrekords
Berlin – Berlins Babyboom dauert an und sorgt für volle Geburtsstationen und Kreißsäle. Im vergangenen Jahr wurden so viele Kinder in der Hauptstadt geboren, wie seit der Wiedervereinigung nicht –......
14.09.17
Darmbakterien beeinflussen Erfolg der „New Nordic Diet“
Kopenhagen – Die „New Nordic Diet“, die dänische Spitzenköche als Alternative zur mediterranen Diät entwickelt haben, führte in einer randomisierten Studie nur dann zur Gewichtsreduktion, wenn ein......
10.09.17
Antidepressiva: Einnahme in der Schwangerschaft könnte psychische Erkrankungen der Kinder fördern
Aarhus – Die Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Antidepressiva einnahmen, erkranken möglicherweise häufiger als andere an psychiatrischen Erkrankungen. Dies kam in einer......
08.09.17
Gene beeinflussen Länge der Schwangerschaft und Frühgeburtrisiko
Cincinnati – Eine große genomweite Assoziationsstudie (GWAS) hat zur Entdeckung von Varianten in sechs Genen geführt, die die Länge der Schwangerschaft beeinflussen. Darunter waren laut der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige