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Medizin

Schlaganfall: Kopfposition ohne Einfluss auf Behandlungsergebnis

Freitag, 23. Juni 2017

Peking – Die flache Lagerung des Kopfes, die in den ersten 24 Stunden die Durchblutung des Gehirns verbessern soll, kann nach einem Schlagfall das Ausmaß der Behinderungen nicht vermindern. Dies geht aus einer internationalen Studie an fast 12.000 Patienten hervor, die jetzt im New England Journal of Medicine (2017; 376: 2437-47) veröffentlicht wurde.

Die optimale Lagerung von Schlaganfall-Patienten ist umstritten. Einerseits zeigen Ultraschalluntersuchungen, dass eine tiefe Kopfposition die Flussgeschwindigkeit in den Hirngefäßen beschleunigt und damit potenziell die Sauerstoffversorgung verbessert. Andererseits besteht die Befürchtung, dass die tiefe Lagerung des Oberkörpers das Risiko einer Aspirationspneumonie erhöht, zumal viele Schlaganfall-Patienten unter Schluckstörungen leiden. Eine erhöhte Kopfposition könnte auch den intrazerebralen Druck mindern und damit den Untergang von Nervenzellen verhindern.

Um die Frage empirisch zu klären, haben Craig Anderson und Mitarbeiter einer Außenstelle des australischen George Institute for Global Health in Peking 11.093 Patienten (davon 85 Prozent mit einem ischämischen Schlaganfall) an 114 Zentren in neun Ländern (ohne deutsche Beteiligung) auf eine der beiden Positionen rando­misiert. Die Patienten wurden entweder völlig flach gelagert, oder das Kopfteil des Bettes wurde um 30 Grad angewinkelt. Primärer Endpunkt war der Grad der Behinderung, die mit der modifizierten Rankin-Skala 90 Tage nach dem Schlaganfall bestimmt wurde.

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Ergebnis: Die erhöhte Kopfposition war für die Patienten besser erträglich. Insgesamt 95 Prozent konnten die Lagerung über 24 Stunden aufrechterhalten. Die flache Kopfposition wurde nur von 87 Prozent der Patienten durchgehalten. Die Auswirkungen auf die Behinderungen waren neutral. Anderson gibt die Odds Ratio für eine Veränderung mit 1,01 an, bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,92 bis 1,10 sind die Chancen, dass eine günstige oder ungünstige Auswirkung der Kopfposition übersehen wurde, sehr gering.

Nach 90 Tagen waren 7,3 Prozent der anfangs flach gelagerten Patienten gegenüber 7,4 Prozent der anfangs sitzend gelagerten Patienten verstorben. Auch hier hat die Odds Ratio von 0,98 (0,85-1,14) wenig Spielraum in beide Richtungen. Es gab auch keine Unterschiede in der Komplikationsrate (14,3 Prozent versus 13,5 Prozent bei liegenden und sitzender Position). Insbesondere die Rate von Pneumonien (3,1 Prozent versus 3,4 Prozent) war in beiden Gruppen gleich. Aus Sicht von Anderson kann es deshalb den Vorlieben des Patienten überlassen werden, wie sein Kopf nach einem Schlaganfall gelagert wird. © rme/aerzteblatt.de

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