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Medizin

Savolitinib: MET-Inhibitor bei fortgeschrittenem Nierenkrebs wirksam

Dienstag, 27. Juni 2017

Boston - Der experimentelle Tyrosinkinase-Hemmer Savolitinib, der die Signalweiterleitung des Onkogens c-Met hemmt, könnte erstmals eine zielgerichtete Therapie beim papillären Nierenzellkarzinom ermöglichen, einer seltenen Nierenkrebsvariante mit derzeit kurzen Überlebenszeiten. Die jetzt im Journal of Clinical Oncology (2017; doi: 10.1200/JCO.2017.72.2967) veröffentlichten Ergebnisse einer Phase 2-Studie haben den Hersteller zu einer Zulassungsstudie veranlasst.

Etwa jede zehnte der 15.000 Neuerkrankungen am Nierenkrebs in Deutschland entfällt auf das papilläre Nierenzellkarzinom. Die Prognose ist im fortgeschrittenen Stadium ungünstig, und die meisten für das häufigere Klarzellkarzinom zugelassenen Medikamente zeigen beim papillären Nierenzellkarzinom keine Wirkung. 

Die Beobachtung, dass viele papilläre Nierenzellkarzinome das „Treiber-Gen“ MET vermehrt exprimieren, könnte erstmals eine gezielte Therapie ermöglichen. Der erste MET-Inhibitor, der in einer klinischen Studie untersucht wurde, ist Savolitinib. An der Phase 2-Studie, die an 23 Zentren überwiegend in Nordamerika (keine deutsche Beteiligung) durchgeführt wurden, nahmen 109 Patienten mit papillärem Nierenzellkarzinom teil, darunter 44 Patienten mit Nachweis von MET im Primärtumor. Wie Toni Choueiri vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston und Mitarbeiter berichten, erzielten acht der 44 Patienten (18 Prozent) eine Teilremission, während bei Patienten ohne MET-Nachweis das Tumorwachstum in keinem Fall begrenzt werden konnte. 

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Das mediane progressionsfreie Überleben für Patienten mit MET-Tumoren betrug 6,2 Monate gegenüber 1,4 Monaten bei Tumoren ohne MET. Dies ergibt nach den Berechnungen von Choueiri eine Hazard Ratio von 0,33, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,20 bis 0,52 hoch signifikant war und zur Hoffnung auf einen günstigen Ausgang einer Phase 3-Studie berechtigt, die an 180 Patienten Savolitinib mit dem derzeitigen Standard Sinitinib vergleicht. Ergebnisse werden für 2021 angekündigt.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Savolitinib waren Übelkeit, Abgeschlagenheit, Erbrechen und periphere Ödeme. Eine häufige Komplikation ist ein Anstieg der Leberenzyme. Ein Teilnehmer der Studie starb an einer hepatischen Enzephalopathie. © rme/aerzteblatt.de

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