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Medizin

Hepatitis C: EMA gibt grünes Licht für drei neue pangenotypische Wirkstoffe

Montag, 26. Juni 2017

London – Die Optionen zur Behandlung der Hepatitis C werden demnächst um zwei Kombinationspräparate erweitert, die neben bereits eingeführten drei neue Wirkstoffe enthalten. Die beiden vom Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Zulassung empfohlenen Wirkstoffe können bei allen Virustypen eingesetzt werden.

An Medikamenten zur Behandlung der Hepatitis C besteht derzeit kein Mangel. Seit 2013 wurden nicht weniger als neun Wirkstoffe zugelassen (Sofosbuvir, Dasabuvir, Simeprevir, Paritaprevir, Grazoprevir, Daclatasvir, Ledipasvir, Ombitasvir und Elbasvir). Anfangs kamen die Mittel als Monopräparate auf den Markt. Inzwischen besteht ein Trend zu Kombinationspräparaten, die die Behandlung vereinfachen, aber vermutlich auch den Marktanteil der Hersteller sichern sollen. 

Bisher sind vier Präparate verfügbar: Sovaldi (Sofosbuvir und Ledipasvir), Viekirax (Ombitasvir, Paritaprevir und Ritonavir), Epclusa (Sofosbuvir und Velpatasvir) und Zepatier (Elbasvir plus Grazoprevir). In den nächsten Wochen werden mit Maviret (Glecaprevir plus Pibrentasvir) und Vosevi (Sofosbuvir, Velpatasvir und Voxilaprevir) zwei weitere Kombinationen hinzukommen. 

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Die beiden Inhaltsstoffe von Maviret sind neu: Glecaprevir ist ein Inhibitor der NS3/4-Protease, Pibrentasvir inhibiert das Protein NS5A. Beide Wirkstoffe sind pangeno­typisch: Sie sind gegen alle Hepatitis C-Viren wirksam. 

Die Kombination wurde an 2.376 Patienten getestet, die an acht Zulassungsstudien und drei weiteren klinischen Studien teilnahmen. Bei mehr als 90 Prozent der Patienten wurde ein dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR) erreicht: Das Virus war auch 12 Wochen nach dem Ende der Therapie nicht mehr im Blut nachweisbar, was einer Heilung gleich kommt. 

Die Nebenwirkungen der Behandlung waren nach Einschätzung der EMA im Allgemeinen mild. Am häufigsten kommt es zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen.

Das zweite neue Präparat Vosevi enthält neben den bereits zugelassenen Wirkstoffen Sofosbuvir und Velpatasvir den NS3/4A-Protease-Hemmer Voxilaprevir. Auch er wird als pangenotypisch beschrieben. 

Vosevi wurde in vier Zulassungsstudien an über 1.700 Patienten untersucht. Darunter waren zwei Studien, in denen andere Therapien erfolglos geblieben waren, in den anderen beiden Studien war Vosevi die Ersttherapie. Vorbehandelte Patienten wurden über zwölf Wochen mit der neuen Dreierkombination behandelt. Bei nicht vorbehan­delten Patienten betrug die Therapiedauer nur acht Wochen. In beiden Gruppen wurde bei mehr als 90 Prozent eine SVR erreicht. Die häufigsten Nebenwirkungen waren leichte Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Seltener kam es zu Appetitlosigkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfen und Hautausschlägen.

© rme/aerzteblatt.de

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