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Schutzwirkungen von Sonnencremes oft falsch eingeschätzt

Dienstag, 27. Juni 2017

/blende11.photo, stock.adobe.com

Berlin – Auch Dermatologen unterschätzen die Schutzwirkung von Sonnencremes, wenn diese ungünstig dargestellt wird. Das berichten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, der Abteilung für Dermatologie am Henry Ford Hospital in Detroit und der Abteilung für Dermatologie am Universitätsspital Zürich in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology (doi: 10.1001/jamadermatol. 2016.4924).

261 Hautärzte aus Deutschland, den USA, der Schweiz und Australien nahmen für die Untersuchung an einem webbasierten Experiment teil, bei dem zehn Paare von Sonnencremes mit den fünf gängigen Lichtschutzfaktoren 10, 15, 20, 30 und 50 miteinander verglichen werden sollten.

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Lichtschutzfaktor schneidet am besten ab

Informationen zu deren Wirksamkeit wurden den Ärzten auf drei unterschiedliche Arten präsentiert: dem Lichtschutzfaktor selbst, dem Anteil der durch die Sonnencreme absorbierten oder dem Anteil der durch die Sonnencreme durchgelassenen hautrötenden Strahlung in Prozent. Die Hautärzte sollten paarweise beurteilen, um wie viel länger die Schutzdauer der stärkeren im Vergleich zur weniger starken Creme ist.

Das Ergebnis zeigt, dass die längere Schutzdauer, die Sonnencremes mit höherem Lichtschutzfaktor haben, von der überwiegenden Mehrheit der Dermatologen systematisch unterschätzt wurde, wenn die Wirksamkeit mit der Prozentzahl der durch die Sonnencreme absorbierten hautrötenden Strahlung angegeben wurde. Am verständlichsten sind laut Studie Angaben, die mit dem Lichtschutzfaktor arbeiten. Hier unterschätzten die Hautärzte die Schutzdauer nur ganz leicht.

„Aus unserer Sicht sollten sich Dermatologen bei der Beurteilung und Kommunikation der Wirksamkeit einer Sonnencreme ausschließlich auf den Lichtschutzfaktor konzentrieren. Andere Kennzahlen, wie durch die Sonnencreme absorbierte oder durchgelassene hautrötenden Strahlung, sind ungeeignet“, erläuterte Koautor Christian Surber von der Abteilung für Dermatologie am Universitätsspital Zürich.

Als Faustregel für Patienten und Verbraucher könne gelten, Sonnencremes mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 und einem sogenannten „broad spectrum“ Schutz zu verwenden, also solche Cremes, gegen UVA- und UVB-Strahlen schützen.

© hil/aerzteblatt.de

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