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WHO nimmt Schlangenbisse in Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten auf

Dienstag, 27. Juni 2017

/juannovakosky, stock.adobe.com

Berlin – Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Schlangenbisse in die Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen begrüßt diese Entscheidung. „An Schlangenbissen sterben jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen – mehr als an jeder anderen Krankheit auf der Liste. Trotzdem gibt es kaum Möglichkeiten, Schlangenbisse zu verhindern oder deren Folgen zu behandeln“, hieß es aus der Hilfsorganisation.

Ärzte ohne Grenzen zufolge ist der Zugang zu lebenswichtigen Gegengiften „oft sehr begrenzt“. In den meisten Ländern, in denen Schlangenbisse vorkämen, sei die mangelnde Verfügbarkeit von Antiseren ein großes Problem. In einigen Fällen würden sogar Produkte weiterhin vermarktet, obwohl sie sich als unwirksam erwiesen hätten.

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Neben der mangelnden Versorgung mit Gegengiften werde die Behandlung von Schlangenbissen durch weitere Herausforderungen erschwert: Diagnosetests für eine genaue Identifizierung der Schlangenspezies seien oft unzureichend, es fehle an systematischer Weiterbildung und klinischen Empfehlungen für das Gesundheitspersonal sowie an einem ausreichenden Verständnis über die tatsächliche Anzahl und Verbreitung von Schlangenbissen.

„Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit der Bekämpfung von Schlangenbissen ernst zu machen“, sagte Julien Potet, Experte für vernachlässigte Tropenkrankheiten bei der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation hofft, dass Regierungen und Geber nun konkrete Schritte unternehmen.

Der Hilfsorganistion zufolge muss Gesundheitspersonal besser im Umgang mit den Folgen von Schlangenbissen trainiert werden. Hot spots mit großen Behandlungslücken müssten identifiziert und Behandlungskosten subventioniert werden. Und schließlich brauche die WHO mehr Kapazitäten, um die Qualität der existierenden Antivenine prüfen und die Entwicklung neuer, besserer Produkte unterstützen zu können.

© hil/aerzteblatt.de

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