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Weitere Entbindungsstationen in Bayern vor Schließung

Mittwoch, 28. Juni 2017

/upixa, stock.adobe.com

München – Die Schließung von Geburtshilfeabteilungen an bayerischen Kliniken geht weiter. Nach Bad Tölz und Gräfelfing bei München stehen auch Entbindungsstationen von Krankenhäusern in Bad Aibling und Erding vor dem Aus.

Während die Geburtsabteilung der Romed-Klinik in Bad Aibling zum 15. August dauerhaft geschlossen werden soll, sind nach Informationen des Münchner Merkur im Erdinger Klinikum vorerst nur zeitlich befristet ausschließlich Kaiserschnittgeburten möglich – normale Spontangeburten wegen akuten Hebammenmangels hingegen nicht mehr. Als Grund für das Fehlen von Hebammen gelten die enorm gestiegenen Versicherungsbeiträge für Geburtshelferinnen.

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Die Landtags-Grünen forderten ein umfassendes Konzept zur Sicherung der Geburtshilfe in Bayern und ein Förderprogramm für Hebammen, um künftig ausreichend Personal in den Kreißsälen zu haben. „Die Lage ist angespannt, und sowohl die schwangeren Frauen als auch die Hebammen brauchen Sicherheit, dass sie nicht im Stich gelassen werden“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Kerstin Celina, heute in München. „Wir müssen unseren Hebammen eine gute berufliche Perspektive bieten, dafür braucht es eine angemessene Bezahlung und gute Rahmenbedingungen.“

Ein Lösungsansatz könnten hebammengeleitete Kreißsäle sein. „Die Erfahrungen am Klinikum Nürnberg sind äußerst positiv“, erläuterte Celina. „Schwangere Frauen werden hier von der Hebamme intensiv betreut.“ Ärzte würden nur im Notfall hinzugezogen.

Vor knapp zwei Monaten hatte Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) die angespannte Lage bei der Geburtshilfe erstmals mit Verbänden und Institutionen erörtert. Einerseits solle der Kreißsaal wohnortnah sein, andererseits müssten die Kliniken wirtschaftlich arbeiten, so Huml damals. Sie will den Dialog fortsetzen.

© dpa/aerzteblatt.de

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