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Vermischtes

Studie zu Fertiglebensmitteln: Beim Zuckergehalt verschätzen sich die meisten

Mittwoch, 28. Juni 2017

Kühlregal Supermarkt /Sergey Ryzhov, stock.adobe.com
Wie viel Zucker ist drin? /Sergey Ryzhov, stock.adobe.com

Berlin – Drei von vier Eltern unterschätzen den Zuckergehalt in Fertiglebensmitteln. Diese Fehleinschätzung macht sich im Gesundheitszustand der Kinder bemerkbar: Je stärker die Eltern den Zuckergehalt unterschätzen, umso höher ist der Body-Mass-Index der Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim, die heute auf dem 1. Deutschen Zuckerreduktionsgipfel in Berlin vorgestellt wurde.

Am deutlichsten zeigte sich die Fehleinschätzung bei einem handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt. 92 Prozent der Eltern unterschätzen den Zuckergehalt. Durchschnittlich gehen sie von nur vier statt der tatsächlichen elf Zuckerwürfel in einem solchen Joghurtbecher aus. Die Forscher um Ralph Hertwig, Direktor am  Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, und Jutta Mata, Gesundheitspsychologin an der Universität Mannheim, haben im Rahmen ihrer Studie 305 Eltern befragt und Körpergröße und Gewicht ihrer Kinder gemessen.

„Als bedeutsamen Befund im Kontext des Bemühens um Zuckerreduktion“, sieht Hertwig die Tatsache, „dass Eltern dazu neigen, häufig den Zucker in Lebensmitteln zu unterschätzen“. Mattea Dallacker betont, „dass Eltern maßgeblichen Einfluss auf die Essensauswahl ihrer Kinder haben und deshalb die häufige Zuckerunterschätzung ein potentieller Risikofaktor für die Entstehung von Übergewicht der Kinder darstellt.“ Die Kinder von Eltern, die den Zuckergehalt unterschätzen hatten ein doppelt so hohes Risiko für Übergewicht in der Teilnehmergruppe.

Angesichts der starken Zunahme von Übergewicht in Deutschland – 18 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen sind übergewichtig oder gar adipös – fordert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, von Politik und Lebensmittelindustrie deutlich mehr Anstrengungen zur wirksamen Zuckerreduktion: „Wir brauchen mehr Transparenz über versteckten Zucker.“ Um angemessene Ernährungsentscheidungen treffen zu können, müssten Eltern abschätzen können, wie viel Zucker in Essen und Getränken enthalten ist.“

Man müsste stattdessen die Kinder vom Fernseher wegbekommen. Günter Tissen, Wirtschaftliche Vereinigung Zucker

„Aber die Lebensmittelindustrie sträubt sich seit Jahren gegen eine laienverständliche Lebensmittelkennzeichnung“, kritisierte Litsch. Unterdessen verarbeite sie weiter unnötig viel Zucker in den Produkten und werben flächendeckend mit gezieltem Kindermarketing. Nach Ansicht der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e. V. ist die Diskussion um ein Werbeverbot für Kindermarketing im Fernsehen „absurd“: „Man müsste stattdessen die Kinder vom Fernseher wegbekommen“, so der Gegenvorschlag des Hauptgeschäftsführers Günter Tissen.

Seiner Meinung nach führt die Diskussion um Zucker die Leute in die Irre. Es ginge viel mehr um die Kalorien. Dem entgegen setzte Berthold Koletzko, Kinderarzt am Universitätsklinikum München, wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Zucker eine andere Wirkung auf die Fettsynthese hat als beispielsweise Stärke. Demzufolge seien „Kalorien nicht gleich Kalorien“.

Unter dem Motto „süß war gestern“ startet die AOK jetzt eine nationale Kampagne zur Zuckerreduktion, die unter anderem auch von der Deutschen Diabetes Gesellschaft unterstützt wird. © gie/aerzteblatt.de

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Presse BLL
am Montag, 10. Juli 2017, 11:34

Artikel zu bisher unveröffentlichter Studie - warum werden Quellen nicht geprüft?

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter Ziffer 2 des Pressekodex sind Journalisten zur besonderen Sorgfalt aufgerufen. Diese Sorgfalt in der Recherche kann ich bei diesem Artikel nicht erkennen. Im Pressekodex heißt es: „Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen…“. Diese Prüfung kann in der oben genannten Berichterstattung nicht erfolgt sein, da die Studie nach Aussage der AOK bisher unveröffentlicht ist. Warum wurde auf diesen Sachverhalt in Ihrem Artikel nicht hingewiesen? Ist es übliche Praxis in Ihrer Redaktion, Quellenmaterial nicht zu prüfen?
Außerdem kann ich Sie informieren, dass seit Dezember 2016 eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf allen Joghurtbechern zu finden ist, die über den in dem Produkt enthaltenen Zucker informiert. Eine Schätzung – wie in dem Experiment vorgenommen – ist daher nicht notwendig. Eltern können lesen, was drin ist. Sehen Sie in einem solchen Experiment einen nennenswerten Beitrag zur öffentlichen Diskussion über Fehlernährung? Wie schützen Sie Ihre Leser vor populistischer Meinungsmache? Warum erfolgt hier keine kritische Bewertung des Experimentes?

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Minhoff
Hauptgeschäftsführer des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.(BLL)
MPeuser
am Donnerstag, 29. Juni 2017, 00:42

Warum werden wir immer dicker

Der Mensch hat drei Speicher: Den Fettspeicher, den Zuckerspeicher und den tierischen Eiweissspeicher. Allgemein bekannt ist nur der Fettspeicher und der Zuckerspeicher. Besonders der Zuckerspeicher ist dabei derjenige der am meisten im Verdacht steht für Fettleibigkeit zu sorgen. In Wirklichkeit ist aber der tierische Eiweissspeicher derjenige der am meisten für Übergewicht sorgt.
Tierisches Eiweiss ist nicht Teil der artgerechten Ernährung des Menschen. Durch Jahrmillionen war für unsere Vorfahren tierisches Eiweiss nicht Teil der Nahrung, da man weder Messer noch Feuer hatte.
Man ist nicht hinter einem Hasen hergerannt, hat diesen gegriffen und dann hineingebissen. Unsere Zähne und unserer Darm ist nicht für tierisches Eiweiss vorgesehen. Erst als der Mensch Messer und Feuer hatte, begann er auch gelegentlich tierischesches Eiweiss zu speisen. Nun hat der menschliche Körper aber einen tierischen Eiweissspeicher. Der nimmt die Exzesse auf, falls wir mehr als 200 g pro Tag tierisches Eiweiss verspeisen. So füllt sich dieser Speicher nach und nach. Früher hatten unsere Vorfahren im Winter 3 Monate gehungert und da hatten sich diese Speicher wieder geleert. Auch die katholische Fastenzeit half mit diese Speicher jedes Jahr zu leeren. Seit 1950 leben wir im Westen in einer Überflussgesellschaft. Es wird viel zu viel tierisches Eiweiss gegessen und die Speicher werden gefüllt und nicht mehr gelehrt.
Der tierische Eiweissspeicher befindet sich zwischen den 150.000 km Kapillaren, wo der Stoffaustausch, der Metabolismus stattfindet und den Zellen. Dieser Bereich ist das Interstitium. Das dort abgelagerte tierische Eiweiss ist zwar derartig gering, verstopft aber in diesem mikroskopischedn Bereich immer mehr die ordungsgemässe Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wenn dort z.B. nur 0,00000001 mg abgelagert sind, ergibt das bei 75 Billionen Zellen bereits ein Gewicht von 7,5 kg. Wenn dort aber 0,00000005 mg abgelagert sind, kommen wir bei 75 Billionen Zellen auf 37,5 kg. Es entsteht dadurch nicht nur Übergewicht, sondern auch unzählige Krankheiten.
Bis vor wenigen Jahrzehnten hatte man Fleisch nur sonntags gegessen und Fisch am Freitag. Auf das Butterbrot kam höchstens Marmelade. (Butter ist kein tierisches Eiweiss). Heute wird morgens mittags und abends Wurst, Käse, Milch, Jogurt, Eier, Fleisch und Fisch genossen und diese Luxusernährung führt zum Übergewicht. Dieses Übergewicht lässt sich schnellstens abbauen, wenn man 3 Monate auf diese 7 Lebensmittel verzichtet. Dann wird der tierische Eiweisspeicher geleert, man baut Gewicht ab und fühlt sich wieder viel gesünder und jünger. Die genaue Beschreibung dieses Entschlackungsprozesses kann man in der 48-seitigen brasilianischen Broschüre in deutscher Sprache "Alzheimer muss nicht sein" mit dem Untertitel "Durch Optimierung der Mikrozirkulation und den Mikroversorgungswegen zu neuer Vitalität und Lebensfreude" ISBN 978-3-00-052652-7 nachlesen.
Wenn man diesen Speicher geleert hat, kann man wieder tierisches Eiweiss geniessen, aber in geringerem Masse und wenn die Speicher wieder gefüllt sind und das Übergewicht kommt, dann macht man wieder eine 3-Monatskur ohne die sieben genannten Nahrungsmittel.
Ich vergleiche gerne alte Stadtfotos z. B. von Brasilien. Früher war die Ernährung der Brasilianer schwarze Bohnen und Reis. Man ass dazu z. B. ein halbes gekochtes Ei oder ein kleines Stückchen Fleisch. Auf den alten Bildern sieht man nur schlanke Menschen. Heute ist die Ernährung der Brasilianer wie in Westeuropa. Morgens, mittags und abends wird viel tierisches Eiweiss gegessen und genossen. Den Erfolg sieht man im starken Übergewicht. Am schlimmsten ist es in den USA. Dort wird der sichtbare Rekord gehalten beim tierischen Eiweissgenuss.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien

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