Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Pandemie-Fonds startet mit 500 Millionen US-Dollar

Donnerstag, 29. Juni 2017

/doris_bredow, stock.adobe.com

Washington – Ein neuer Fonds zur Bekämpfung von Pandemien wird mit 500 Millionen US-Dollar (445 Millionen Euro) ausgestattet. Das Konzept haben Weltbank und Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in Kooperation mit dem Rückversicherer Munich Re und anderen Unternehmen des Finanzsektors entwickelt.

Die „Pandemic Emergency Financing Facility“ (PEF – Finanzierungseinrichtung für Pandemienotfälle) soll nach dem Ausbruch einer gefährlichen Infektionskrankheit mit hohem Verbreitungsrisiko rasch erste Hilfszahlungen an Entwicklungsländer ermöglichen. Die Versicherung ist ein Ergebnis des G7-Gipfels auf Schloss Elmau im Juni 2015.

Das Potenzial, Leben und Volkswirtschaften zu retten

„Mit dieser neuen Einrichtung haben wir einen bedeutenden Schritt unternommen, der das Potenzial hat, Millionen Leben und ganze Volkswirtschaften zu retten vor einer der größten systemischen Bedrohungen, der wir gegenüberstehen“, erklärte Weltbank-Chef Jim Yong Kim am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. „Wir bewegen uns weg von dem Kreislauf aus Panik und Nachlässigkeit, der unsere Herangehensweise an Pandemien so stark geprägt hat“, fügte Kim hinzu.

Die Weltbank hat den PEF als Konsequenz aus der verspäteten Reaktion auf die Ebola-Epidemie 2013 in Afrika gegründet. Die 500 Millionen Dollar sollen in den kommenden Jahren unter anderem durch den Verkauf spezieller „Pandemie-Anleihen“ aufgebracht werden. Investoren erhalten bei diesen Anleihen hohe Renditen, tragen aber das Risiko, ihre Investition zu verlieren, wenn es eine neue Pandemie gibt.

Nach Darstellung der Weltbank wird ein Teil des Risikos durch Pandemien so von armen Ländern auf die Finanzmärkte übertragen. An den Finanzmärkten kamen die Anleihen den Angaben zufolge gut an: Die Nachfrage war deutlich höher als das Angebot. Außerdem fließen Zahlungen von Geberländern in den PEF. Deutschland stellt 50 Millionen Euro als Startfinanzierung bereit. Der PEF soll die Ausbreitung von sechs Virusstämmen eindämmen, die unter anderem Ebola und das Lassa-Fieber verursachen.

Pandemien gehören laut Münchner Rückversicherung zu den bisher unversicherten Risiken mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Nach Schätzung der Weltbank verursachen Pandemien weltweit pro Jahr im Schnitt Kosten von etwa 570 Milliarden US-Dollar. Von der Anti-Pandemie-Versicherung könnten den Angaben zufolge gut 1,6 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern profitieren.

© afp/dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

07.02.18
Gesundheitsberufe, Prävention und E-Health stärken
Berlin – Union und SPD wollen gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchs in den Gesundheitsberufen sichern. Sie betonen in ihrem heute vorgestellten Koalitionsvertrag die Freiberuflichkeit der......
07.02.18
Koalitionsvertrag: Von richtigen Akzenten bis zum Totenschein des Gesundheitswesens
Berlin – Union und SPD haben sich heute über letzte Details für einen Koalitionsvertrag verständigt. Das Wort „Bürgerversicherung“ taucht darin nicht auf. Eine wissenschaftliche Kommission soll aber......
05.02.18
Demonstranten klagen Zustände im britischen Gesundheitswesen an
London – Tausende Menschen haben am vergangenen Samstag bei einer Demonstration in London Maßnahmen für ein rasches Ende der Gesundheitskrise in Großbritannien gefordert. Nach Ansicht von Kritikern......
02.02.18
Koalitions­verhandlungen: Acht Seiten zu Gesundheit und Pflege
Berlin – Union und SPD machen Fortschritte bei den Themen Gesundheit und Pflege. Das zeigen Vorschläge aus einem achtseitigen Papier, über das CDU, CSU und SPD derzeit verhandeln und das dem Deutschen......
02.02.18
Medizinischer Fortschritt ist eng mit Grundversorgung verknüpft
Berlin – Die Wirkungen des medizinischen Fortschritts sind hierzulande für die Menschen unübersehbar: In den vergangenen Jahrzehnten trug er wesentlich zu einer deutlich gestiegenen Lebenserwartung......
01.02.18
Union und SPD haben vor Spitzentreffen bei Gesundheit noch Differenzen
Berlin – Mit einer Runde der 15 Spitzenunterhändler starten CDU, CSU und SPD heute Abend in die entscheidende Phase ihrer Koalitionsverhandlungen. Dem Vernehmen nach sollen die Vorsitzenden der......
31.01.18
Bundestag: CDU und SPD benennen Sprecherinnen für Gesundheitspolitik
Berlin – Das gesundheitspolitische Personaltableau für die aktuelle Legislaturperiode vervollständigt sich weiter. Nun haben auch die Fraktionen von CDU/CSU und SPD ihre gesundheitspolitischen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige