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Ärzteschaft

Notarzteinsätze steigen jährlich um fünf bis sieben Prozent

Donnerstag, 29. Juni 2017

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Ein Strukturproblem bei der notärztlichen Versorgung in Deutschland sieht die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Sie bezieht sich dabei auf eine Analyse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von bundesweit 3.127 Einsätzen. Die DRK-Auswertung ergab, dass nur 22 Prozent der Notfalleinsätze mit Blaulicht echte Notfälle waren.

„Kapazitäten für lebensbedrohliche Notfälle könnten dadurch fehlen beziehungsweise Einsätze verzögert werden“, warnt die Fachgesellschaft. Sie weist daraufhin, dass die Zahl der Notarzteinsätzen seit Jahren jährlich um fünf bis sieben Prozent steige. Die Gründe für diese Entwicklung seien allerdings vielschichtig.

Viele Menschen kennen zum Beispiel nicht die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117, sondern wählen direkt die 112. Peter Sefrin

„Viele Menschen kennen zum Beispiel nicht die Nummer des ärztlichen Bereitschafts­dienstes 116117, sondern wählen direkt die 112“, sagt der DIVI-Experte Peter Sefrin. Ein weiterer Grund sei, dass medizinische Laien häufig nicht einschätzen könnten, ob ein Ereignis ein Notfall sei.

Ein Lösungsansatz besteht laut Sefrin daher in einer besseren Aufklärung der Bürger. Sie müssten durch gezielte Informationskampagnen Einblick bekommen, wann ein Notarzt, wann der ärztliche Bereitschaftsdienst oder wann die Krankenhaus-Notaufnahme die richtigen Ansprechpartner seien.

„Das Problem liegt nicht in der Bereitstellung von Ressourcen. Denn in den vergan­genen Jahren ist die Vorhaltung im Rettungsdienst immer wieder erweitert worden, sogar neue Notarzt-Standorte sind entstanden“, betonte Björn Hossfeld, Oberarzt am Bundeswehrkrankenhaus Ulm und Sprecher der DIVI-Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin.

Aber die Art und Weise, wie mit diesen Ressourcen umgegangen werde, müsse sich ändern. Dabei könnten bereits einfache Maßnahmen helfen, so der Experte. Zum Beispiel könnten in den Rettungsleitstellen auch Ärzte mit eingebunden werden. „Durch gezieltes Nachfragen könnte dieser Arzt in der Rettungsleitstelle in unklaren Situationen die akute Bedrohung des Patienten beurteilen“, schlägt er vor. © hil/aerzteblatt.de

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