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Politik

Hebammen weiter abgesichert, Prämien steigen

Donnerstag, 29. Juni 2017

/Anatoly Tiplyashin, stock.adobe.com

Berlin – Die Gruppenhaftpflichtversicherung des Hebammenverbands ist bis 2021 verlängert worden. Das hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) mitgeteilt. Aufgrund der weiter steigenden Folgekosten für Geburtsschäden steigen aber auch die Prämien weiter.

Laut DHV wurde die Deckungssumme von aktuell sechs Millionen Euro auf zehn Millionen Euro ab 2018 für jeden einzelnen Fall erhöht. Der Beitragssatz für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen steigt damit ab dem 1. Juli 2017 auf 7.639 Euro jährlich. In den kommenden Jahren werden die Kosten laut DHV weiter steigen.

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Wir brauchen dringend einen Systemwechsel. Martina Klenk

Ab dem 1. Juli 2018 sind es bei gleichbleibender Deckungssumme von zehn Millionen Euro 8.174 Euro pro Jahr. 2019 werden es 8.664 Euro und ab dem 1. Juli 2020 9.098 Euro jährlich sein. Betroffen sind die rund 2.600 freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen. Für Hebammen, die keine Geburtshilfe anbieten, steigen die Prämien nicht. Hebammenschüler sind zukünftig prämienfrei versichert.

„Wir brauchen dringend einen Systemwechsel. Wir haben zwar weiterhin Versicherer und damit als Hebammen Planungssicherheit für mehrere Jahre. Das Grundproblem der steigenden Kosten bleibt jedoch“, sagte heute DHV-Präsidentin Martina Klenk. Der DHV fordert seit Jahren eine nachhaltige politische Lösung. Dem Verband schwebt ein Haftungsfonds mit einer Haftungshöchstgrenze vor. Alternativ können sich die Hebammen eine Absicherung des Haftungsrisikos in Anlehnung an das System der gesetzlichen Unfallversicherung vorstellen.

Der DHV weist darauf hin, dass der Sicherstellungszuschlag der gesetzlichen Krankenkassen zwar einen Großteil der Haftpflichtkosten in der Geburtshilfe übernehmen soll. Der Eigenanteil von Hebammen steige jedoch mit jeder Erhöhung der Haftpflichtkosten. Zudem greife der Zuschlag nur rückwirkend und auf Antrag. „Nicht alle betroffenen Hebammen haben bisher einen Zuschlag erhalten. Der DHV fordert deshalb eine Evaluierung und Überprüfung dieser Maßnahme“, heißt es vom DHV.

Das Konsortium der Gruppenhaftpflichtversicherung des DHV besteht aus der Versicherungskammer Bayern als führender Versicherer sowie der R+V, der Allianz, der Debeka, der Ergo und der Württembergischen. Der zuständige Makler ist der hevianna Versicherungsdienst.

© may/EB/aerzteblatt.de

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