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Deutschland bei der Bearbeitung von weltweiten Gesundheitsproblemen immer wichtiger

Dienstag, 4. Juli 2017

madpixblue, stock.adobe.com

Berlin/Genf – Die Vorteile des deutschen Gesundheitssystems – Krankenkassen und das Prinzip der Selbstverwaltung – haben Autoren in einer Serie zur Rolle Deutsch­lands bei der weltweiten Gesundheitsversorgung in der Fachzeitschrift Lancet sehr gelobt (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)31280-1 und 10.1016/S0140-6736(17)31460-5). Sie betonen darin außerdem, dass Deutschland bei der Bearbeitung weltweiter Gesundheitsprobleme, also bei der sogenannten Global Health, immer wichtiger werde. Allerdings sehen die Autoren um Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Centre am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf, und Reinhard Busse vom Department of Health Care Management der Technischen Universität Berlin, auch Defizite im deutschen System.

„In Deutschland gab es weltweit das erste Sozialversicherungssystem. In seiner Geschichte über 135 Jahre hat es sich als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen“, schreiben die Autoren. Auch heute funktioniere das System aus Solidarität und Selbst­verwaltung weiterhin und biete den Bürgern einen guten Zugang zur Gesundheits­versorgung mit geringen Wartezeiten. Die hohe Zustimmung für das System in der Bevölkerung gebe keinen Anlass, über eine fundamentale Reform nachzudenken, so die Autoren.

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„Das Prinzip der Selbstverwaltung, welches die Akteure im Gesundheitswesen wichtige Entscheidungen selbst treffen lässt und der Politik die Aufsicht über die Rahmenbedin­gungen zuweist, hat zu einer hohen Qualität der Versorgung geführt. Allerdings hat es auch zu einer Überversorgung beigetragen“, so Busse. Für ihre These von der Über­versorgung in Deutschland verweisen die Autoren auf die Bettenkapazität in Deutsch­land, die rund 65 Prozent höher liege als im EU-Durchschnitt. Auch sei der Arznei­mittel­verbrauch zwischen 2004 und 2015 um mehr als 50 Prozent gestiegen, was Anlass gebe, eine Überversorgung zu vermuten.

Die Autoren gehen im Folgenden auf die wachsende Bedeutung Deutschlands bei der Lösung weltweiter Gesundheitsprobleme ein. Deutschland sei ein „increasingly visible player in global health“. Damit Deutschland diese Rolle ausfüllen könne, müsse es aber seine Entwicklungsausgaben für internationale Gesundheit steigern und die akade­mi­schen Institutionen zur Global Health ausbauen, um mehr Expertise in diesem Bereich zu gewinnen, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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