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Medizin

Studie: Kein Zusammenhang zwischen topischem Ekzem und kardiovaskulären Erkrankungen

Mittwoch, 5. Juli 2017

/Astrid Gast, stock.adobe.com

Providence – Atopische Dermatitis ist wahrscheinlich nicht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes Typ II assoziiert. Dies fanden Forscher der Brown University heraus. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im British Journal of Dermatology (2017; doi: 10.1111/bjd.15727).

Etwa sieben Prozent aller Erwachsenen leiden unter atopischer Dermatitis, einer ekzematösen Hauterkrankung. Die Vermutung steht im Raum, dass Menschen mit atopischer Dermatitis mit einer höheren Wahrscheinlichkeit kardiovaskuläre Probleme entwickeln. Die Forscher analysierten Berichte von 259.000 Patienten im Alter von 30–74 auf Basis der Daten einer kanadischen Kohortenstudie (Canadian Partnership for Tomorrow Project).

Unterschiede zu Psoriasis

Laut ihrer Studie haben Patienten mit atopischer Dermatitis ein niedrigeres Risiko, Diabetes oder Bluthochdruck zu entwickeln beziehungsweise einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Die Forscher betonen, dass sie die atopische Dermatitis aber nicht für einen protektiven Faktor halten. Sie schlussfolgern, dass atopische Dermatitis vermutlich nicht mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert sei.

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Die Wissenschaftler argumentieren, der Verdacht, dass atopische Dermatitis mit kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert sein könnte, sei vermutlich aufgrund der Assoziation entstanden, die Forscher zwischen der Hauterkrankung Psoriasis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden haben. Auch wenn die beiden entzündlichen Hauterkrankungen einige klinische Ähnlichkeiten hätten, unterscheiden sie sich doch grundlegend auf molekularer Ebene, so die Forscher.

Psoriasispatienten wurden aufgrund des erhöhten Risikos für kardiovaskuläre Erkran­kungen bereits ermutigt, mehr Screenings durchzuführen und auf gutes Management kardiovaskulärer Erkrankungen zu achten. Ähnliche Maßnahmen sind laut den For­schern der aktuellen Studie bei atophischer Dermatitis nicht notwendig. Künftig will sich die Arbeitsgruppe mit der Frage beschäftigen, ob der Schweregrad der atopischen Dermatitis mit kardiovaskulären Erkrankungen korrelieren könnte. © hil/aerzteblatt.de

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