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Neue Stiftungsprofessur für Palliativmedizin in Hamburg

Mittwoch, 5. Juli 2017

Hamburg – Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) erhält eine Stiftungs­professur für Palliativmedizin mit dem Schwerpunkt Angehörigenforschung. „Leidet ein Mensch an einer unheilbaren, fortschreitenden Krebserkrankung, gerät häufig auch das Leben der Angehörigen aus dem Gleichgewicht. Sie wollen den Patienten helfen und fühlen sich selbst großen Belastungen ausgesetzt“, erklärte Karin Oechsle. Sie ist seit 2008 als ärztliche Leiterin des Bereichs Palliativmedizin in der Klinik und Poliklinik für Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation des UKE tätig und wird die neue Professur übernehmen.

Bereits seit einigen Jahren widmet sich im UKE eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Oechsle der Angehörigenforschung. In einer klinischen Studie haben die Wissen­schaftler herausgefunden, dass 90 Prozent der Angehörigen klinisch relevante subjek­tive Belastungen zeigen. Die meisten klagen über Erschöpfung, Traurigkeit, Ängste und Schlafprobleme. Mehr als ein Drittel zeigt eine deutlich ausgeprägte Angstsymptoma­tik, ebenso häufig treten Symptome von Depressivität auf.

Jetzt wollen die Forscher die Ergebnisse bei einer größeren Anzahl von Angehörigen überprüfen und danach die Belastungen und Bedürfnisse von Angehörigen untersuchen, die schwerstkranke Krebspatienten während einer Palliativversorgung in häuslicher Umgebung begleiten.

„Im Rahmen meiner Forschungen möchte ich die Herausforderungen, mit denen Angehörige konfrontiert sind, frühzeitig erkennen und ihnen passende Therapie- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen“, erläuterte Oechsle. „Mit der neuen Stiftungsprofessur setzen wir entscheidende Impulse in der Palliativforschung und vor allem in der Angehörigenforschung. Zugleich wird die universitäre Stellung Hamburgs in diesem Spezialfach weiter gestärkt“, betonte Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKE.

Die Professur wird durch die Hamburger Krebsgesellschaft (HKG) mit einer Million Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren finanziert. Zusätzlich unterstützen das UKE und der Förderverein der Palliativmedizin am UKE das Vorhaben. © hil/aerzteblatt.de

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