Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert Finanzierung von tragbaren Defibrillatoren in der Reha

Donnerstag, 6. Juli 2017

Koblenz – Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen (DGPR) hat die gesetzlichen Krankenkassen aufgefordert, tragbare Defibrillatoren (wearable cardioverter defibrillator, WCD) in den kardiolo­gischen Rehabilitationskliniken zu finanzieren. „Im Augenblick schieben die Kassen die Kosten dafür teilweise auf die Rehabilitationskliniken ab“, kritisiert die Fachgesellschaft in einer Stellungnahme.

Die Kosten für die WCD-Therapie belaufen sich laut DGPR auf rund 2.600 Euro Miete pro Monat. „Somit würde entsprechend einer dreiwöchigen Verweildauer in der kardio­logischen Rehabilitation eine Summe in Höhe von circa 1.800 Euro anfallen und in Konsequenz eine Rehabilitation bei jedem Patienten mit WCD defizitär sein“, schreibt die Fachgesellschaft.

Problem für die Patienten

Sie warnt, die Konsequenz einer Übertragung der Kosten für die WCD-Therapie auf die Rehabilitationskliniken wäre, dass die Kliniken die Aufnahme von Patienten mit WCD zunehmend ablehnten und WCD trotz bestehender Indikation in den kardiologischen Rehabilitationskliniken nicht mehr verordnet würden.

„Dies ist im Sinne einer medizinisch angemessenen und leitliniengerechten Versorgung herz­kranker Patienten nicht akzeptabel“, schreibt die Fachgesellschaft in ihrer Stellung­nahme. Sie weist daraufhin, dass  auch außerhalb der Rehabilitation die gleichen Mietkosten für das System anfielen wie während der Rehabilitation.

Ein WDC kommt laut Fachgesellschaft im Wesentlichen infrage für Patienten mit hohem Risiko für einen plötzlichen Herztod, bei denen vorübergehend die operative Versorgung mit einem implantierbaren Cardioverter/Defibrillator nicht indiziert ist. Dies betreffe vor allem Patienten mit hochgradig eingeschränkter linksventrikulärer Funktion zum Beispiel nach Myokarditis, nach aortokoronarer Bypassoperation oder nach akutem Myokardinfarkt, bei Patientinnen mit einer Postpartum-Kardiomyopathie oder bei besonderen Formen der Endokarditis. 

„Es erscheint unethisch, diese Therapie Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod bis zur endgültigen Versorgung mit einem implantierbaren Cardio­verter/Defibrillator oder bis zur Erholung der linksventrikulären Funktion vorzuent­halten“, erklärte die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.10.17
Empfehlungen zum Umgang mit implantierbaren Kardiovertern und Defibrillatoren am Lebensende
Berlin – Patienten mit Herzrhythmusstörungen können von implantierbaren Kardiovertern/Defibrillatoren (ICDs) profitieren. Die Geräte bieten die Chance auf zusätzliche Lebensjahre und mehr......
13.10.17
Öffentliche Defibrillatoren werden seltener genutzt als erwartet
Berlin – Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) haben sich in der Öffentlichkeit bewährt, wenn sie zum Einsatz gekommen sind. Dies ist jedoch seltener der Fall, als die Fachöffentlichkeit......
07.06.17
Wettkampfsport trotz implantierten Defibrillators möglich mit einer Ausnahme
New Haven – Ein implantabler Cardioverter-Defibrillator (ICD) stellt für die meisten Menschen kein Hindernis für Leistungssport dar. Das teilt die American Heart Association (AHA) basierend auf einer......
28.03.17
Kardiologievertrag in Baden-Württemberg ermöglicht ambulante Implantation von Defibrillatoren
Stuttgart – Kardiologen im Südwesten, die am Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen, können ab dem 1. April Defibrillatoren ambulant implantieren. Darauf haben die......
26.02.17
Studie: Standard-MRT für Patienten mit Herz­schrittmacher/ICD sicher
La Jolla – Kernspintomographien (MRT) sind unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Patienten von nicht MRT-fähigen Herzschrittmachern und implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sicher.......
16.02.17
Kardiologie: Unnötige ICD-Impulse lösen hohe Krankheitskosten aus
Palo Alto – Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) kann durch die Abgabe eines elektrischen Impulses das Leben des Patienten retten. Es kommt jedoch häufig zu unnötigen Entladungen, die......
13.09.16
Defibrillation könnte auch mit Lichtstrahlen gelingen
Bonn – Ein Lichtreiz auf das Herz könnte in Zukunft eine ventrikuläre Arrhythmie schmerzfrei beenden und Menschen vor einem plötzlichen Herztod schützen. Bei Mäusen ist dies laut einer Studie im......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige