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Ärzteschaft

Montgomery warnt vor Unterfinanzierung der Ethik-Kommissionen

Mittwoch, 5. Juli 2017

Frank Ulrich Montgomery /Gebhardt

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat davor gewarnt, die Gebühren für die Arbeit der Ethik-Kommissionen zu senken. Hintergrund ist eine Empfehlung des Gesundheitsausschusses des Bundesrates zu der „Klinische Prüfung-Bewertungsverfahren-Verordnung (KPBV)“. Der Gesundheitsausschuss empfiehlt, die Gebühren der Ethikkommissionen im Falle nichtkommerzieller klinischer Prüfungen pauschal um 75 Prozent zu reduzieren. Nach Auffassung des Ausschusses hätten solche Studien primär wissenschaftlichen Charakter und verfügten üblicherweise nur über ein geringes Budget.

Dieser Vorschlag gefährde die „unabhängige Arbeit der Ethik-Kommissionen“, erklärte BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery in einem Schreiben an die Regierungschefs der Länder. Die vorgeschlagene massive Gebührenabsenkung bedrohe das bewährte und etablierte Verfahren der Begutachtung von Anträgen für klinische Prüfungen.

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Montgomery weist darauf hin, dass die Gebühren laut Arzneimittelgesetz „nach dem Personal- und Sachaufwand“ bemessen werden müssten. Die Lan­des­ärz­te­kam­mern und weiteren Träger der Ethik-Kommissionen hätten die Kosten auf dieser Basis kalkuliert und als gemeinsamen Vorschlag in die KPBV eingebracht.

Montgomery warnte, die zukünftige Finanzierung der Ethik-Kommissionen sei wesentlich für die Entscheidung der Trägerorganisationen, ob sich ihre Ethik-Kommissionen unter den veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen registrieren ließen oder nicht. Aus Sicht Montgomerys bleibt zudem unklar, von wem anhand welcher Unterlagen beziehungsweise welcher Kriterien geprüft wird, ob es sich um eine nicht-kommerzielle Studie handelt.

Der BÄK-Präsident empfiehlt, die neuen Bestimmungen zunächst zwei Jahre zu erproben und ihre Praxistauglichkeit dann zu evaluieren. „Ein solcher umfassender Ansatz ist aus meiner Sicht zielführender als die Reduktion einer einzelnen Gebühr“, sagte Montgomery.

Die KPBV ist eine Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit, das die Zusammenarbeit der Bundesoberbehörden und der registrierten Ethik-Kommissionen bei der Bearbeitung von Anträgen zur Genehmigung von klinischen Prüfungen regelt. Diese Verordnung wurde notwendig, nachdem die Europäische Union 2014 eine neue EU-Verordnung Nummr 536/2014 auf den Weg gebracht hatte, welche die Bedingungen für klinische Prüfungen in den Mitgliedsländern vereinfachen soll. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Montag, 10. Juli 2017, 23:53

Höherer Blödsinn

Ethikkommissionen und -räte sind Einrichtungen, die emeritierten Professoren und Philosophen in ihren Elfenbeintürmen ein gutes Einkommen sichern und krude Moralvorstellungen bemühen, die böse böse Wissenschaft, die pöhse Pharmaindustrie und die völlig skrupellosen Forscher zu kontrollieren, zu schikanieren und abzukassieren...
Es gibt hinreichend große Spielwiesen, auf denen Ethik nottäte - aber da gibt es halt kein Geld zu verdienen.
In 99% der Fälle ist die Einschaltung einer Ethikkommission zeit- und geldraubende Schikane.
An der deutschen Ethik soll die Welt genesen... da wächst Konkurrenz zum Vatikan und seiner Morallehre, Kein Wunder, dass Forschung dahin ausweicht, wo keine Ethikkommission monatelang nicht vorhandene Haare in der Suppe sucht!
Avatar #720508
e.ne
am Sonntag, 9. Juli 2017, 01:33

Wissenschaft und wissenschaftlich formulierte Meinungen ...

Als es in den 70er Jahren darum ging: Kernkraft ja/nein - handelte es sich - natürlich um Meinungen.
Und nicht um Wissenschaft. Vollkommen ausgeblendet wurden: Matieralverschleiss bzw. Falsch-berechnungen, menschliches Versagen, Erdbeben, Terrorangriffe und: die Entsorgung - wohin eigentlich mit dem Müll? - Stattdessen wurde wissenschaftlich berechnet wie sicher es ist neben einem AKW zu wohnen. Dass die natürliche Erdstrahlung in den Gebirgen um ein vielfaches höher wäre als die Abstrahlung eines AKW. - Öl wäre viel zu kostbar um es zu verheizen - das benötige man für andere Dinge. Das ist richtig. - Angeblich hätten wir in unseren Breiten aber zu wenig Sonne für die Solarenergie. Und Wind? Ich weiß nicht mehr wss dagegen sprach. Vielleicht die Luftfahrt und die
Vögel. Vermutlich könnte man in unseren Breiten Atommeiler bauen - unter der Erde versteckt und sehr kontrolliert. - In Japan hätte ich kein einziges gebaut. Da hätte ich mich für die Evakuierung des
Landes eingesetzt. - Und so ist es mit fast allen Dingen. Da im Ethikrat meistens Männer sitzen kommen die die "schon als Kind zum Mann geeicht"worden sind, zu ganz anderen Ergebnissen als Frauen.
Die man Vorzugsweise auch als wissenschaftliche gar student.Hilfskräfte fern hält.
Männern kann man sagen: Das geht nicht. - Nach 3 Wochen, 3 Jahren, 30 Jahren wissen sie es dann auch - von Fall zu Fall unterschiedlich. Noch ein paar Jahre und sie geben gar zu, nur schaden gewollt zu haben. Zwischen Übermut und Mistbauen. Oder Leichtsinn und Größenwahnsinn.
Über Ethik lässt sich ganz wunderbar philosophieren. Besonders weil die meist Zitierten schon viele
hundert bzw. tausende von Jahren tot sind. Die Frage wieviel Ethik hat man selbst in sich, wie lebendig und ganzheitlich kann ich denken? stellt sich gar nicht.
Guckt man sich die letzten hundert Jahre so an, kamen Ethiker zu ganz merkwürdigen Ergebnissen.
Wurde auch ein Ethikrat gefragt, als es um den Bundestag-Umzug nach Berlin ging?
Um den Flughafen BER? Um Ost-West? Um die Frage ob die der ehemaligen DDR vielleicht lieber
noch einmal einen Staat alleine hätten? Oder befand der Ethikrat damals - ach die Ossis die hörten
soviel DDR-Polemik gegen den Westen - wir auch im TV "Der schwarze Kanal" - sollen sie doch
gegen alles sein und alles hin machen. Kein Tag ohne Enteignungen und Entmündigungen.
Vor der Inklusive hätte ein Ethikrat beschliessen können, erst einmal Langzeitstudien anzufertigen
mit den Lernbehinderten Schülerinnen und Schülern der Nachkriegszeit. Was wurde aus ihnen?
Wie erleben sie sich? Wie erlebt sie ihre Umgebung? Wo wohnten sie damals - wo heute?
Wie erlebten sie die "Sonderschule"? -
Wissenschaftsrat ...
Wir D wissen doch eigentlich nur: Das wir schon alles wissen und nichts wissen wollen und müssen.
Richter, die seit der Schule kein Buch mehr gelesen haben. - Ich bin fassungslos.
Deshalb verstehen die immer nicht. Sie können gar nicht lesen und verstehen.
Sie lernten §§ und Artikel auswendig - und die - kann man zur Not auch dem Mond anheften. Der kann sich auch nicht wehren. Oder x-beliebigen Puppen, Drahtgestellen - die in Reih und Glied in den
Gerichten in den Eingangshallen stehen: Voll behangen mit Art. §§ Urteilen, Beschlüssen und: Den
"Beschwerden" nur ein Satz: "Ich widerspreche dem Art §§". Da kann er sich ja den nächsten Art §§
grapschen. Sprechen können sie ja auch nicht. Müssen sie nicht.
Da es letztendlich die Politiker sind, die die Wissenschaftler bezahlen, müssen Letztere immer zurück stecken und kommen wenn überhaupt erst sehr spät mal weiter.
z.B. Das selbstfahrende Auto - so weit wie jetzt: Erste Fahrversuche des Autos alleine ...
hätten wir schon 1970 sein können. Vorgestellt wurde das Modell schon ein paar Jahre vorher
in der ADAC-Zeitschrift. Also 50 Jahre vom Modell zur Realisierung.
LNS

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