NewsMedizinDemenz: Schädel-Hirn-Trauma im mittleren Alter erhöht das Risiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Demenz: Schädel-Hirn-Trauma im mittleren Alter erhöht das Risiko

Donnerstag, 6. Juli 2017

Schädel-Hirn-Trauma /freshidea, stock.adobe.com
/freshidea, stock.adobe.com

Helsinki – Wer in seinen 40ern ein moderates bis schweres Schädel-Hirn-Trauma (SHT) erleidet, könnte ein erhöhtes Demenzrisiko haben. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Rahul Raj von der University of Helsinki in einer retrospektiven Studie mit 40.639 SHT-Patienten. Das Risiko dieser Patienten, an Parkinson oder Amyotropher Lateralsklerose (ALS) zu erkranken, stiegt hingegen nicht, berichten sie kürzlich in PLOS Medicine (2017; doi: 10.1371/journal.pmed.1002316).

Die untersuchten Patienten waren im Alter von 18 bis 65 Jahren und zwischen 1986 und 2014 aufgrund einer SHT ins Krankenhaus eingeliefert worden. Anhand des Finish Care Registers war es den Autoren der Studie möglich, weiterzuverfolgen, ob die Patienten später erneut aufgrund von Demenz, Parkinson oder ALS im Krankenhaus behandelt wurden.

Anzeige

3,5 Prozent der Patienten (n = 696), die eine moderate bis schwere SHT hatten, erhielten im Laufe der Jahre auch eine Demenzdiagnose. Jene, bei denen die SHT als mild eingestuft worden war, weil sie keine intrakraniellen Läsionen hatten, litten nur zu 1,6 Prozent an einer Demenz (n = 326). Berücksichtigt man weitere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Ausbildung und sozioökonomische Faktoren, ergibt sich eine Hazard Ratio (HR) von 1,9 – eine Demenz nach einer moderaten bis schweren SHT zu entwickeln ist also 90 Prozent wahrscheinlicher als nach einer milden SHT. Am deutlichsten wird der Unterschied bei SHT-Patienten im Alter zwischen 41 und 50 Jahren. Hier liegt die HR bei 2,7.

Wichtige Kovariate bleiben unberücksichtigt

Einschränkend geben die Autoren zu bedenken, dass ein großer Teil, fast 30 Prozent der Patienten, mit einer moderaten mit schweren SHT während des Follow-ups verstorben seien. In der milden SHT-Gruppe verstarben bis 2014 nur 12 Prozent. SHT-, Demenz-, Parkinson- und ALS-Diagnosen wurden auch nur bei Krankenhauspatienten registriert. Jene, die nach der SHT ambulant behandelt wurden, erfasst die Studie nicht. In zukünftigen Studien sollten zudem Komorbiditäten, Lebensstilfaktoren und geneti­sche Faktoren bedacht werden, sagen die Autoren um Raj. Auch sie können das Risiko einer Demenz begünstigen. © gie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNSLNS
LNSLNS LNSLNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER