NewsÄrzteschaftPsychotherapeuten müssen für angemessene Honorare fast immer klagen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Psychotherapeuten müssen für angemessene Honorare fast immer klagen

Donnerstag, 6. Juli 2017

/zenstock, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) hat die langen Zeit­räume kritisiert, in denen Psychotherapeuten nicht angemessen vergütet worden seien. „Das ist unzumutbar für eine wirtschaftliche Praxisführung“, heißt es in einer Mitteilung der DPtV.

Der Berufsverband bezieht sich auf das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 28. Juni. Die Kasseler Richter hatten in zwei Musterverfahren (Aktenzeichen B 6 KA 36/16 R und B 6 KA 29/17 R) entschieden, dass Psychotherapeuten für das Jahr 2007 ein zu niedriges Honorar gezahlt worden ist. Bei der Bemessung der Praxiskosten einschließlich der Personalkosten sei der Bewertungsausschuss von veralteten Daten ausgegangen worden. Für das Jahr 2008 steht Psychotherapeuten hingegen kein Anspruch auf höhere Vergütung zu.

Anzeige

„Die Schere der Einkommen zwischen den Psychotherapeuten und den anderen Fach­arztgruppen geht immer weiter auseinander. Um zu ihrem Recht zu kommen, müssen sie immer wieder den Klageweg beschreiten“, erklärte Michael Ruh, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPtV. Psychotherapeuten müssten zudem hinnehmen, dass erst ein Jahrzehnt später rechtswidrige Honorarbeschlüsse höchstrichterlich revidiert werden.

Mit den Honorarnachzahlungen für 2007 können laut DPtV aufgrund des langen Zeitraums nur noch wenige Psychotherapeuten rechnen. Der Grund: „In der Zwischenzeit haben viele – auch auf Druck mancher Kassenärztlicher Vereinigungen – ihre Honorarwidersprüche zurückgezogen“, erklärte Ruh. Ein Widerspruch ist Voraussetzung für eine Nachzahlung.

Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung fordert den Gesetzgeber auf, die ange­mes­sene Vergütung psychotherapeutischer Leistungen in der kommenden Legislatur­periode „ganz oben auf die Agenda“ zu setzen und die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften zu präzisieren. © pb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2018
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Psychotherapie-Richtlinie um zusätzliche Regelungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung ergänzt. Das teilte das oberste Gremium der
Bessere psychotherapeutische Versorgung für Menschen mit geistiger Behinderung beschlossen
16. Oktober 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat davor gewarnt, die Bedarfsplanung für Kinderärzte, Internisten und Psychiater auszusetzen, ohne dass die Krankenkassen die entstehenden Kosten
KBV warnt vor Aussetzung der Bedarfsplanung ohne Gegenfinanzierung
11. Oktober 2018
Berlin – Die ärztliche Behandlung muss wieder vollständig vergütet werden, die Budgetierung gehört abgeschafft. Das fordert die FDP-Bundestagsfraktion in einem Antrag. Als Grund nennt die FDP den
FDP will Budgetierung abschaffen
11. Oktober 2018
Berlin/Saarbrücken – Die Ärzteschaft wehrt sich weiter gegen das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Das zeigen neue Stellungnahmen und Resolutionen aus dem Saarland und Berlin.
Weiterhin Widerstand gegen Terminservice- und Versorgungsgesetz
1. Oktober 2018
Stuttgart – Die DAK-Gesundheit und MEDI Baden-Württemberg haben ihren seit 2016 bestehenden psychotherapeutischen Facharztvertrag um die Möglichkeit zur Fernbehandlung erweitert. „Durch die Einführung
Psychotherapeutischer Facharztvertrag in Baden-Württemberg um Video-Fernbehandlung erweitert
28. September 2018
Berlin – Mit einer Resolution hat die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sich heute gegen große Teile des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG)
Vertragsärzte: Terminservice- und Versorgungsgesetz ist ein Angriff auf die Freiberuflichkeit
26. September 2018
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute den Kabinettsentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) verabschiedet. Darin sind im Vergleich zum Referentenentwurf verschiedene Neuregelungen
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER