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Ärzteschaft

KBV schlägt Umwandlung unrentabler Krankenhäuser in Facharztzentren vor

Freitag, 7. Juli 2017

Berlin – Einen Vorschlag für den Umgang mit unrentablen Krankenhausstandorten hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterbreitet: Die Umwandlung dieser Standorte in moderne fachärztliche Zentren. „Für die Patienten hätte das den Vorteil, dass sie weiterhin fachärztlich versorgt würden, auch in etwas abgelegenen Regionen“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister in einem KV-on-Interview. Möglich wären in diesen Zentren außerdem hausärztlich geführte kleine­re bettenführende Abteilungen. Auf diese Weise gäbe es in der Region weiterhin einige Betten für intermediäre Fälle, die keine „schwerwiegende Krankenhausversorgung“ bräuchten, aber doch zeitweise ärztlich überwacht werden müssten, erläuterte Hofmeister.

Krankenhäuser umwandeln statt schließen – Interview mit Stephan Hofmeister /KV-on

Der KBV-Vize hält eine Anpassung der Versorgungsstrukturen für dringend erforderlich. In Deutschland gebe es „die einzigartige Situation, dass wir über mehr Krankenhaus­betten pro Einwohner verfügen als jedes andere westliche Industrieland“, sagte er. Die logische Konsequenz sei, die Bettenzahl zu senken und „eine Verlagerung all der medi­zinischen Eingriffe, die ambulant möglich sind, in die ambulante Medizin“, so Hof­meister. Die KBV habe „natürlich verstanden, dass die Frage eines Standorts eine ganz wesentliche Frage ist für die Politik, in denen ein solcher Krankenhausstandort besteht“.

„Deswegen fordern wir weniger eine Krankenhausschließung als Umwidmung solcher Standorte“, so der KBV-Vize. Er betonte, das Zusammenstreichen von Krankenhäusern auf zwei Kernabteilungen, „die dann möglicherweise nicht einmal durchgängig fach­ärztlich besetzt werden können“, sei „sicher nicht das Zukunftsmodell“. „Hier gehört ein Schnitt gemacht, hier brauchen wir eine andere, vielleicht neue Form der Versorgung“, so Hofmeister. © hil/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Samstag, 8. Juli 2017, 16:20

Umwandeln? Geht doch nicht.

Sehr geehrter Herr Hofmeister,
wieviele Krankenhäuser kennen Sie, die eine Öffnungszeit von 9 bis 5 haben, wie Arztpraxen? Und wieviele Arztpraxen kennen Sie, die eine Regelversorgung aufweisen, jeden Notfall nehmen, wie er kommt?
Vorschlag, legen Sie doch die Terminservicestellen an die unrentablen Krankenhäuser. Aber rentabler werden die deshalb zweimal nicht.
Es zeugt von soviel Sach-Unkenntnis, einen solchen Vorschlag in die Welt zu setzen, daß es schon beinahe wieder genial sein könnte.
Problem ist nur, es wird Menschen geben, Patienten, Kommunalpolitiker, die von der Materie nicht verstehen, aber sagen werden, das sei genau die Lösung.
Das Defizitäre der unrentablen Krankenhäuser ist sicher nicht das Fehlen geeigneter Vertragsärzte der KV. Es wird womöglich sogar aus der Umkehr Ihres Vorschlags ein Schuh, wenn Fachärzte nach der Schließung ihrer Krankenhäuser sich überlegen, in der Nähe eine Praxis betreiben zu wollen.
Dann allerdinmgs bin ich gespannt auf die Reaktion der lokalen KV in Zeiten von nahezu flächendeckenden Zulassungsbeschränkungen.
Ihr
Karlheinz Bayer

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