NewsPolitikForschungs­ministerium fördert Medizininformatik mit 150 Millionen Euro
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Forschungs­ministerium fördert Medizininformatik mit 150 Millionen Euro

Montag, 10. Juli 2017

avebreakMediaMicro - stock.adobe.com
Berlin – Mit einem Fördervolumen von 150 Millionen Euro will die Bundesregierung in den nächsten vier Jahren die Medizininformatik unterstützen. „Unsere Vision ist, dass jede Ärztin und jeder Arzt, egal ob in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen, alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann", sagte Bun­des­for­schungs­minis­terin Johanna Wanka (CDU) heute in Berlin.

Ziel sei es ferner, die wachsenden Datenschätze – von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen, um daraus neues Wissen für eine bessere Gesundheitsforschung und Versorgung zu gewinnen. Es soll ein lernendes, digital vernetztes Gesundheitssystem entstehen, in dem die richtige Information zur richtigen Zeit vorliegt.

Für eine vierjährige Aufbauphase wurden jetzt von einem international hochkarätig besetzten Gutachterkreis vier Konsortien aus 17 Universitätskliniken und rund 40 weiteren Partnern ausgewählt, die mit rund 120 Millionen Euro gefördert werden sollen.

Anzeige

Universitätskliniken und Standorte, die ebenfalls Konzepte eingereicht und drei weitere  Konsortien gebildet hatten, sollen zusätzlich mit insgesamt 30 Millionen Euro unterstützt werden. Alle Zentren sollen demonstrieren, wie Daten, Informationen und Wissen aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Standorten hinweg verknüpft werden können. Dabei sollen die geförderten Konsortien medizinische Anwendungsfälle definieren und für sie exemplarische Lösungen erarbeiten.

Ab Januar 2018 sollen die vier ausgewählten Konsortien zunächst Datenintegrations­zentren aufbauen, über die sich vernetzen und Daten austauschen können. Die Einhaltung der in Deutschland sehr strengen datenschutzrechtlichen Standards und Rahmenbedingungen sei unabdingbare Voraussetzung für eine Förderung, sagte der österreichische Vorsitzende des Gutachterkreises Alexander Hörbst.

Dass die Verknüpfung tatsächlich neue Möglichkeiten für die Patientenversorgung und auch für die biomedizinische Forschung eröffnen werde, ist Hörbst überzeugt. „Die hohe wissenschaftliche Qualität der Konzepte wird dem Ziel der Ausschreibung in vollem Umfang gerecht“, sagte der Medizininformatik-Experte. 

Die vier hauptsächlich geförderten Konsortien sind:

  • DIFUTURE“ (Technische Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München und Eberhard-Karls-Universität Tübingen mit ihren Universitätsklinika und weiteren Partnern),
  • HIGHmed“ (Medizinische Fakultäten und Universitätsklinika Heidelberg, Göttingen und Hannover gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Sana Kliniken AG)
  • SMITH (universitätsmedizinische Standorte in Leipzig, Jena und Aachen in Kooperation mit externen Partnern)
  • MIRACUM (acht Universitätsklinika aus fünf Bundesländern:  Erlangen, Frankfurt/Main, Freiburg, Gießen, Magdeburg, Mainz, Mannheim und Marburg)

Der Entscheidung des Gremiums für diese vier Konsortien vorausgegangen war eine neunmonatige Konzeptphase der Initiative: 28 Universitätskliniken und viele weitere Partner hatten sich daran beteiligt und als Konsortien gemeinsam den Aufbau einer nationalen, vernetzten Infrastruktur für die Nutzung digitaler Gesundheitsdaten geplant.  © ER/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juni 2019
Berlin – Der Arzt und Pharmamanager Markus Leyck Dieken wird zum 1. Juli neuer Geschäftsführer der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte. Er soll deutlich mehr Gehalt
Gehalt des gematik-Chefs soll sich verdoppeln
21. Juni 2019
Hannover – Ein personalisiertes Lebensstilprogramm für Arbeitnehmer mit metabolischem Syndrom kann die Schwere der Erkrankung bei Männern und Frauen in verschiedenen Berufen reduzieren. Das Programm
Personal-Training und Aktivitätstracker helfen Menschen mit metabolischem Syndrom
19. Juni 2019
Berlin – Markus Leyck Dieken soll neuer Chef der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland
Transparency kritisiert Spahns Pläne für gematik-Chefposten
18. Juni 2019
Berlin – Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland haben Bund und Ländern zu einem Investitionsprogramm für die Digitalisierung im Krankenhaus aufgerufen. In führenden Wirtschaftsbranchen wie der
Krankenhausverband wünscht sich Investitionsschub für Digitalisierung
18. Juni 2019
Berlin – Ärzte und ihre Verbände müssen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens „unbedingt“ in die Prozesse mit einbezogen werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass Lösungen etabliert
Hausärzte wollen bei Digitalisierung intensiver beteiligt werden
18. Juni 2019
Berlin – Der Praxissoftwarehersteller Medatixx hat damit begonnen, die elektronische Gesundheitsakte von Vivy in einem Pilotprojekt in seine Software einzubinden. Das haben Vivy und Medatixx heute
Medatixx bindet elektronische Gesundheitsakte von Vivy ein
17. Juni 2019
Berlin – Der Arzt und Pharmamanager Markus Leyck Dieken soll neuer Geschäftsführer der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER