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Palliativmediziner gegen Methadon in Tumortherapie

Dienstag, 11. Juli 2017

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) rät vom Einsatz von Methadon in der Krebstherapie ab. Es gebe gegenwärtig keine Belege dafür, dass Methadon beim Menschen eine Hemmung des Gewebewachstums bewirke, erklärten die Mediziner heute in Berlin. Methadon habe aber eine unbestrittene Wirkung auf Schmerzen, wie sie auch im Rahmen von Tumorerkrankungen vorkommen könnten. Deshalb sei es für die Schmerztherapie geeignet.

DGP-Präsident Lukas Radbruch mahnte in der Debatte zur Ehrlichkeit. „Trotz der massiven Berichterstattung über eine Antitumorwirkung von D,L-Methadon konnte dieser Effekt bei Menschen bisher noch nicht durch entsprechend notwendige klinische Studien nachgewiesen werden“, sagte er. Er habe zugleich größtes Verständnis für die Hoffnungen von Krebspatienten, die mit vermeintlich neuen Medikamenten verbunden seien. Krebspatienten brauchten Hoffnung, Begleitung, aber auch korrekte Informa­tionen und Raum für ihre Entscheidungsfindung.

Radbruch warnte, dass beim Einsatz von Methadon durch Unerfahrene die Gefahr von Überdosierungen bestehe, die mit potenziell tödlichem Ausgang verbunden sein könnten. Wegen des erhöhten Risikos für Nebenwirkungen im Vergleich mit anderen Opioiden und der hohen Anzahl an Überdosierungen sei Methadon deshalb „nicht das Mittel der ersten Wahl“.

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Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden, hieß es vom Arbeitskreis Tumorschmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichten nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte weckten dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung, hieß es.

Der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Martin Schmelz, mahnte, mit den Hoffnungen der Patienten dürfe man nicht leichtfertig umgehen. Er sieht die Gefahr, dass Patienten durch Fehlinformationen eine etablierte und wissenschaftlich belegte Therapie ablehnen könnten, um stattdessen eine Methadon-Therapie zu fordern, deren Wirksamkeit nicht erwiesen sei. © kna/EB/aerzteblatt.de

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