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Medizin

Hausstaub bringt Fettzellen zum Wachsen und fördert Ansammlung von Triglyzeriden

Donnerstag, 13. Juli 2017

/didesign, stock.adobe.com

Durham – Hausstaub enthält Umweltschadstoffe, die Übergewicht begünstigen könn­ten. In-Vitro-Versuche in einem Mauszell-Modell zeigen, dass bestimmte Substanzen die Weiterentwicklung zu reifen Adipozyten und die Ansammlung von Triglyzeriden fördern. Ihre Ergebnisse haben die Forscher der Duke University in Durham in Environmental Science & Technology publiziert (2017; doi: 10.1021/acs.est.7b01788).

Die Autoren Christopher Kassotis, Kate Hoffman und Heather Stapleton sammelten Staub in elf Haushalten in North Carolina und testeten dessen Wirkung in 3T3-L1-Zellen von Mäusen. Diese Zelllinie ist ein vielfach verwendetes Adipozyten-Modell mit den Charakteristiken von Fettzellen aus Tiergewebe. Nur eine Hausstaubprobe hatte keinen Effekt auf die Zellen in der Petrischale. 

Sieben der elf Staubproben bewirkten, dass sich Präadipozyten zu reifen Fettzellen weiterentwickelten und Triglyzeride ansammelten. Neun der Proben führten dazu, dass sich die 3T3-L1-Zellen zu Fett-Vorläuferzellen entwickelten. Dafür reichten bereits Mengen von drei Mikrogramm Staub aus. Die US-Umweltbehörde schätzt, dass Kinder täglich 50 Milligramm Haus­staub über die Atemnwege, den Mund oder die Haut aufnehmen.

Um die entscheidenden Komponenten des Staubs zu identifizieren, die die obsogene Wirkung ausgelöst hatten, untersucht die Forscher die Staubproben auf 44 Substanzen. Das Pestizid Pyraclostrobin, das Flammschutzmittel TBPDP und das Phthalat Dibutyl­phthalat (DBP) erwiesen sich als stärkster Motor der Fettzellproliferation und Triglyze­rid­ansammlung.

Endokrin wirksame Substanzen (EDCs) wie Phthalate oder Bisphenol A kommen bekanntermaßen in Flammschutzmitteln, Kunststoffen und Weichmachern vor. Sie nehmen Einfluss auf die menschliche Fortpflanzung, auf neurologische als auch immunologische Funktionen. Tierstudien geben zudem Hinweise, dass einige EDCs Übergewicht im Erwachsenenalter begünstigen könnten, wenn die Person schon im jungen Alter mit diesen Substanzen in Kontakt kommt. Auch im Hausstaub befinden sich Komponenten dieser Obesogene, die den Fettstoffwechsel beeinflussen. © gie/aerzteblatt.de

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