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Politik

Berliner Krankenhaus­gesellschaft fordert mehr Geld für die Kliniken der Stadt

Mittwoch, 12. Juli 2017

Berlin – Die Berliner Krankenhausgesellschaft fordert mehr Geld für die Kliniken der Stadt. Sie erinnert die politischen Entscheidungsträger daran, dass das Land sich mit dem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt habe, den Investitionsstau abzubauen sowie den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur voranzutreiben.

Der Senat der Stadt hat für die Jahre 2018 und 2019 jeweils Investitionsmittel von 130 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Im Jahr 2017 betragen die Investitionen 109 Milli­o­nen Euro. „Die Anhebung der Investitionsfinanzierung ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings noch nicht ausreichend. Der Investitionsstau kann dadurch nicht verringert werden, sondern vergrößert sich vielmehr“, sagte Brit Ismer, Vorsitzende der Berliner Krankenhausgesellschaft. Grund dafür sei, dass anders als in anderen Bundes­ländern in Berlin der Aufbau von Versorgungsstrukturen für die wachsende Stadt zu finanzieren sei.

Laut der Krankenhausgesellschaft benötigen die Kliniken der Stadt ohne die Charité als „bestandserhaltenden Investitionsbedarf“ rund 256 Millionen Euro pro Jahr. In den vergangenen Jahren sei außerdem eine Förderlücke von rund 2,1 Milliarden Euro entstanden. Die Umsetzung des Krankenhausplans bis 2020 mit dem Aufbau von 1.000 zusätzlichen Betten zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung in der Metropol­region Berlin bedeute außerdem einen Investitionsbedarf von über 230 Millionen Euro, so die Krankenhausgesellschaft.

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Wenn Eigenmittel für drängendste Investitionen in Abschreibungen und Darlehns­finanzierung gebunden seien, fehlten sie unter anderem beim Personal. Zudem stünden die Krankenhäuser vor großen Herausforderungen zur Umsetzung der steigenden Anforderungen an Qualitätssicherungsverfahren, Patienten­sicherheit, Hygiene- und Infektionsschutz.

„Wir halten eine Anpassung in Richtung des tatsächlichen Investitionsbedarfs für drin­gend erforderlich. Ergänzend hierzu bedarf es eines Infrastrukturprogramms zum Ab­bau des lnvestitionsstaus, das den investiven Nachholbedarf berücksichtigt und einen Beitrag zur Verbesserung der IT-Sicherheit leistet“, sagte Uwe Slama, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft.

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger investieren fast 60 Prozent der Krankenhäuser zu wenig in moderne Infrastrukturen. „Fehlen Krankenhäu­sern die notwendigen Investitionsmittel, so werden viele Maßnahmen, die zur Kosten­senkung führen, nicht implementiert. Dazu gehören etwa neue digitale Medizin­kon­zepte und ein effizienterer Umgang mit Patientenakten“, erläuterte Oliver Rong, Partner von Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mangelnde IT-Infrastrukturen führten außerdem häufig zu Sicherheits­lücken, so Rong. © hil/aerzteblatt.de

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