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Medizin

Wechsel auf gesündere Ernährung kann Sterberisiko senken

Donnerstag, 13. Juli 2017

Gerhard Seybert, all rights reserved

Boston – Für eine gesunde Ernährung ist es nie zu spät. Auch kleine Verbesserungen wurden in zwei prospektiven Beobachtungsstudien schon nach wenigen Jahren durch ein niedrigeres Sterberisiko belohnt, wobei es laut der Studie im New England Journal of Medicine (2017; 377:143-153) vor allem zu einem Rückgang der kardiovaskulären Todesfälle kam.

Die meisten Menschen wissen, dass sie sich ungesund ernähren. Vielen fällt es jedoch schwer, ihre Ernährungsweise zu verändern und den Verzehr von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse zu steigern, häufiger Nüsse und statt rotem Fleisch Fisch zu verzehren. Ein häufiger Einwand ist, dass die Umstellung radikale Maßnahmen erfordert, die sich im fortgeschrittenen Lebensalter kaum noch günstig auswirken werden.

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Eine Untersuchung der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-up Study kommt zu einer wesentlich optimistischeren Bewertung. An den Studien hatten 121.700 registrierte Krankenschwestern und 51.529 Männer aus Gesundheitsberufen teilgenommen, die zu Beginn der Studie 30 bis 55 Jahre (Nurses’ Health Study) beziehungsweise 40 bis 75 Jahre (Health Professionals Follow-up Study) alt waren. Die Teilnehmer füllen regelmäßig Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. Mercedes Sotos-Prieto von der Harvard School of Public Health in Boston hat jetzt untersucht, wie sich ein Wechsel auf das Sterberisiko auswirkt. 

Die Ernährung wurde nach drei Scores bewertet, die auf den US-Empfehlungen zur gesunden Ernährung (2010 Alternate Healthy Eating Index), der mediterranen Ernäh­rung (Alternate Mediterranean Diet score) und der DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension diet score) beruhen, die zur Senkung eines erhöhten Blutdrucks konzipiert wurde. Die drei Empfehlungen unterscheiden sich in Einzelheiten, alle betonen jedoch den Wert von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, Nüssen oder Hülsenfrüchten sowie Fisch und raten von einem zu hohen Verzehr von Zucker und rotem Fleisch ab.

Ergebnis: Eine Verbesserung um 20 Prozent war in allen drei Ernährungsscores innerhalb von 12 Jahren mit einer Verringerung des Sterberisikos um 8 bis 17 Prozent verbunden. Personen, deren Ernährungsscores sich um 20 Prozent verschlechterten, hatten dagegen ein um 6 bis 12 Prozent erhöhtes Sterberisiko.

Studienteilnehmer, die ihre gesunde Ernährungsweise über den gesamten Zeitraum aufrechterhielten, hatten ein um 9 bis 14 Prozent niedrigeres Sterberisiko als Personen mit einer anhaltend ungesunden Ernährung.

Der Rückgang der Sterblichkeit war vor allem auf einen Rückgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen, während der Einfluss auf die Krebssterblichkeit gering war. Die Ausnahme bildete die DASH-Diät. Hier senkte eine Verbesserung der Ernährung in erster Linie das Sterberisiko an Krebs, während der Rückgang der Todesfälle an Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht signifikant war. Dies ist einigermaßen erstaunlich, da die DASH-Diät vor allen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konzipiert wurde und hier in früheren Studien auch eine Wirkung erzielt hat.

Um günstige Effekte zu erzielen, muss die Ernährung keineswegs radikal umgestellt werden. Eine zusätzliche Portion Nüsse oder Hülsenfrüchte am Tag und die Reduktion von rotem Fleisch und Wurstwaren um 1,5 Portionen pro Tag reicht laut Sotos-Prieto aus, um auf den Ernährungsscores einen Anstieg um 20 Prozent zu erzielen. © rme/aerzteblatt.de

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