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Finanzielle Hilfe für viele HIV-Patienten weiter notwendig

Donnerstag, 13. Juli 2017

Köln – Trotz großer Fortschritte bei der Behandlung der HIV-Infektion geraten immer noch viele Infizierte in finanzielle Not. Darauf hat die Deutsche Aids-Stiftung anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens hingewiesen. „Vor dreißig Jahren halfen wir schwerkranken Menschen mit Aids unter anderem bei der Erfüllung letzter Wünsche. Da es in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren noch keine wirksamen Medikamente gab, bedeutete Aids in den allermeisten Fällen, dass Erkrankte an den Folgen starben. Wir versuchten, die Not der Erkrankten zu lindern, indem wir ihnen zum Beispiel eine letzte Reise zu einem geliebten Menschen finanzierten oder schlicht den Alltag mit Hilfsmitteln erleichterten“, sagte Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung, auf einem Festakt in Köln.

„Heute sind immer mehr Hilfesuchende, die sich an die Deutsche Aids-Stiftung wen­den, weiblich oder nicht in Deutschland geboren. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, die unsere Hilfe brauchen, in den nächsten Jahren weiter steigen wird“, sagte Elisabeth Pott, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung. Alleinerziehende Frauen und Menschen, die nicht in Deutsch­land geboren sind, hätten das höchste Risiko, in finanzielle Not zu geraten, wenn sie HIV-positiv seien. „Sie können wegen der alleinigen Kindererziehung häufig nur schlecht bezahlt oder gar nicht arbeiten gehen oder sind nicht ausreichend sozial und finanziell abgesichert“, so Pott.  

In den vergangenen drei Jahrzehnten sind laut der Stiftung 85.000 Anträge auf Hilfe eingegangen. Mit 44 Millionen Euro konnte sie Menschen mit HIV/Aids in Not in Deutschland und in einigen Ländern im südlichen Afrika helfen. Heute muss die Stiftung nach eigenen Angaben immer häufiger helfen, um Notlagen zu lindern. Das geringe Einkommen oder die staatliche Grundsicherung reichten für kranke Menschen oft nicht aus, um alltägliche Bedürfnisse zu decken. Es fehle zum Beispiel an Geld für eine Heizkostennachzahlung, an dem Ersatz für einen defekten Kühlschrank oder am Geld für eine krankengerechte Matratze.

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„HIV-positive und an Aids erkrankte Menschen im fortgeschrittenen Stadium sind oftmals von sozialen Kontakten und damit auch von Hilfe abgeschnitten. Sie sind wegen ihrer Krankheit nicht mehr ausreichend mobil oder ziehen sich zurück, weil sie Angst vor Diskriminierung haben. Mit Zuschüssen zu Projekten des betreuten Wohnens, für die Einrichtung von Treffpunkten und Cafes oder für die Organisation von Gene­sungs­reisen schaffen wir Sicherheit und Rückzugsmöglichkeiten für HIV-positive Men­schen“, informiert die Stiftung. © hil/aerzteblatt.de

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