Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Vertragsärzte müssen Urlaubsvertretung organisieren

Freitag, 14. Juli 2017

Berlin – Vertragsärzte müssen für die Zeit ihres Urlaubs für ihre Sprechstunden eine Vertretung in der Umgebung organisieren. Darauf hat die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) hingewiesen. Das gelte auch, wenn sie nur einen Tag frei nehmen.

Dauert der Urlaub länger als eine Woche, sind die Vertragsärzte zudem verpflichtet, ihre Kassenärztliche Vereinigung zu informieren. Auf keinen Fall dürfen niedergelasse­ne Mediziner auf den ärztlichen Bereitschafts- oder Notdienst verweisen, so die KBV. Vielmehr müssten die Ärzte, die Urlaub machen, auch für ihren Einsatz dort eine Vertretung benennen. Darüber hinaus sind Ärzte verpflichtet, ihre Patienten über die Vertretung zu informieren. Dazu reicht ein Aushang an der Praxistür oder eine Ansage auf dem Anrufbeantworter.

Die Regelungen zur Vertretung finden Interessierte im Bundesmantelvertrag und in der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte. Dort ist unter anderem festgehalten, dass sich Vertragsärzte insgesamt drei Monate im Jahr vertreten lassen können. Neben dem Urlaub zählt dazu jedoch auch die Zeit für ärztliche Fortbildungen oder Teilnahme an Wehrübungen sowie Krankheit. Zudem gilt, dass sich ein Vertragsarzt grundsätzlich nur von einem Kollegen mit abgeschlossener Weiterbildung in demselben Fachgebiet vertreten lassen darf, für welches er selbst zugelassen ist. Das kann auch ein Kranken­hausarzt sein, denn eine Kassenzulassung ist für eine Vertretung nicht notwendig.

Der Vertreter darf nur Leistungen erbringen und abrechnen, für die er und der Vertragsarzt, den er vertritt, qualifiziert sind. Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis, die die gleiche fachliche Qualifikation besitzen und dem gleichen hausärztlichen oder fachärztlichen Versorgungsbereich angehören, können sich gegenseitig vertreten. Das gilt auch für angestellte Ärzte, die ihren Chef vertreten können.

Aufgrund der besonders engen Patienten-Therapeuten-Beziehung ist eine Vertretung bei Psychotherapeuten laut KBV komplizierter. Sie dürfen sich bei den probatorischen Sitzungen und bei der genehmigten Psychotherapie grundsätzlich nicht vertreten lassen. Das gelte für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 17. Juli 2017, 13:09

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Wenn unter
http://www.kbv.de/html/25156.php
alles bis ins Kleinste geregelt ist, warum machen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die KVen dann so gut wie nie Kontrollen?

Nach meiner Beobachtung sind es häufiger Fachärzte, die unkoordiniert und oft unangekündigt Urlaub machen. Vertretungen übernehmen dann im Zweifelsfall nicht nur die (hoffentlich) benannten Facharzt-Kolleginnen und -Kollegen, sondern auch die stets verfügbaren Hausärztinnen und Hausärzte!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Nachrichten zum Thema

08.12.17
Gehaltsplus von Klinikmanagern höher als bei Ärzten
Köln – Die Gehälter von nicht medizinischen Führungskräften in Krankenhäusern steigen in diesem Jahr erstmals stärker als die der Ärzte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Personal- und......
04.12.17
Neufassung des Genfer Gelöbnisses liegt auf Deutsch vor
Berlin – Die überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Darauf hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hingewiesen. Die überarbeitete Version wurde zwischen den......
28.11.17
Mehr Frauen gründen eigene Praxis
Düsseldorf – In Deutschland lassen sich mmer mehr Ärztinnen nieder. Das zeigt die aktuelle „Existenzgründungsanalyse Ärzte 2016“, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) gemeinsam mit dem......
20.10.17
Weltärztebund verabschiedet neues ärztliches Gelöbnis
Berlin – Der Weltärztebund (WMA) hat den hippokratischen Eid für Ärzte modernisiert. Die Delegierten einigten sich auf ihrer Generalversammlung in Chicago auf eine überarbeitete Fassung des Genfer......
19.09.17
Klinik Kodex: Internisten prangern Ökonomisierungsdruck an
Berlin – Ein Zeichen gegen die zunehmende Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens will die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mit dem neuen Klinik-Kodex „Medizin vor Ökonomie“ setzen, den......
18.09.17
„Die Politik versucht, den freien Arztberuf zu vernichten“
Berlin – Christian Baum arbeitet als niedergelassener Chirurg in Berlin. Im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt erklärt er, warum er einen grundsätzlichen Unterschied zwischen freiberuflich tätigen......
14.09.17
„Die Stimmung bei den jungen Ärzten ist durchwachsen“
Niedersachsen – Andreas Hammerschmidt arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus in Niedersachsen. Im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt erzählt er, warum die Stimmung bei vielen jungen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige