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Medizin

Studie: Stillen senkt Risiko für Multiple Sklerose

Montag, 17. Juli 2017

/Mita Stock Images, stock.adobe.com

Pasadena – Frauen, die ihre Kinder 15 Monate oder länger gestillt haben, erkranken laut einer Fall-Kontroll-Studie in Neurology (2017; doi: 10.1212/WNL.0000000000004207) nur halb so häufig an einer Multiplen Sklerose (MS). Eine späte Menarche war ebenfalls ein protektiver Faktor.

Seit Längerem ist bekannt, dass Frauen mit MS während der Schwangerschaft deutlich seltener Krankheitsschübe erleiden. In der Postpartal-Phase steigt die Schubfreuquenz, es sei denn, die Mütter stillen ihre Kinder. In einer früheren Studie hatte Annette Langer-Gould von der Standford Universität gezeigt, dass der Verzicht auf das Stillen in den ersten zwei Monaten nach der Geburt das Risiko auf einen erneuten Schub um den Faktor 5 steigert (Archives of Neurology 2009; 66: 958–963). 

Jetzt hat die Epidemiologin untersucht, ob das Stillen auch gesunde Frauen vor einer späteren Erkrankung schützt. Dazu verglich sie die Angaben von 397 Frauen, die an MS oder dem Vorstadium CIS (klinisch isoliertes Syndrom) erkrankt waren und von 433 gesunden Kontrollen. 85 der gesunden Frauen, aber nur 44 der Frauen mit MS oder CIS hatten ihre Kinder 15 Monate oder länger gestillt. Langer-Gould ermittelte eine adjustierte Odds Ratio von 0,47 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,28 bis 0,77.

Neben der Stillzeit erwies sich eine späte Menarche nach dem 15. Lebensjahr als pro­tek­tiv. Die adjustierte Odds Ratio betrug hier 0,56 (0,33–0,96). Ein gemeinsamer Nenner von später Menarche und langem Stillen ist das Fehlen der Ovulation. Die Gesamtzahl der Ovulationen im Verlauf des Lebens hatte jedoch keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko an einer MS. Auch die Zahl der Schwangerschaften, die Einahme von hormonellen Kontrazeptiva oder das Alter bei der ersten Geburt hatte laut Langer-Gould keinen Einfluss auf das MS-Risiko. © rme/aerzteblatt.de

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