Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Gesundheits-Apps

Freitag, 14. Juli 2017

Düsseldorf – Die Qualität von Gesundheits-Apps für Menschen mit Rücken- und Rheuma­leiden lässt sich für Nutzer nur schwer ermitteln. Darauf hat die Verbraucher­zentrale (VZ) NRW hingewiesen, die 17 Gesundheits-Apps genauer unter die Lupe genommen hat. Demnach sind die Hinweise zu Zweck, Nutzen und den Grenzen einer Anwendung meist zu dürftig, die medizinischen Belege für Infos, Ratschläge und Empfehlungen oft zu dünn.

„Gesundheits-Apps, die keinen verlässlichen und medizinisch fundierten Standard auf- und nachweisen, können bei der Anwendung mehr schädigen als nützen“, sagte Wolf­gang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Deshalb hat die Verbrau­cherorganisation 17 Gesundheits-Apps von unterschiedlichen Anbietern wie Pharma­unternehmen, einem Arzt, einer Selbsthilfeorganisation und sonstigen Firmen genauer geprüft. Im Fokus standen dabei drei Fragen. Erstens: Können Verbraucher vor der Anwendung erkennen, ob die App für sie gemacht ist? Zweitens: Wenn die App explizit Personen mit Beschwerden anspricht, empfiehlt sie vor der Anwendung zwingend einen Arztbesuch? Und drittens: Erbringt die App für Patienten einen nachvollzieh­baren Nachweis ihrer medizinischen Qualifikation?

Das Ergebnis: Vier Apps ließen gar keine Zielgruppenansprache erkennen, zwei weitere richteten sich allgemein an Personen, die Schmerzen vorbeugen wollen. Elf Apps sprachen Schmerzpatienten an.

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW müssen App-Anbieter zudem zwingend darauf hinweisen, dass bei gesundheitlichen Problemen vorab ein Arzt hinzugezogen werden sollte und die fachlichen Quellen nennen, auf deren Grundlage die App entwickelt wurde. Diese Mindestkriterien erfüllten jedoch gerade mal vier der elf Apps.

„Ganz gleich, ob beim Arztbesuch oder der Anwendung einer einschlägigen Gesund­heits-App: Patienten sind auf verlässliche Informationen und Hilfe zur Klärung von Symptomen und Behandlung von Krankheiten angewiesen“, erklärte Schuldzinski. Der NRW-Verbraucherzentralen-Chef hat deshalb gefordert, dass entsprechende Auskunfts­pflichten der Anbieter bereits in der Produktbeschreibung im jeweiligen App-Store sowie in der App gesetzlich verankert werden.

Außerdem sollten Patienten vor dem Gebrauch alle relevanten Informationen zugäng­lich gemacht werden. Das sei bislang noch keine gültige Praxis. Während der Markt der mobilen Gesundheits-Apps rasant und ungehindert wachse, gebe es nur eine Handvoll Anwendungen, die bislang offiziell hinsichtlich ihres medizinischen Gehalts und Nutzens zertifiziert worden sind.

Eine qualitative Kennzeichnung von medizinischen Gesundheits-Apps ist laut Verbraucherzentrale NRW aber eine notwendige Voraus­setzung für Anwender, um nützliche Apps zu identifizieren. Eine fundierte und unab­hängige Zertifizierung sei außerdem wichtig, damit anerkannte Apps in die Regel­versorgung übernommen, vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden können, so Schuldzinski. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.07.17
Früherkennung: Berater setzen auf künstliche Intelligenz
Berlin – Ein „großflächiger Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI)“ könnte der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zufolge in den Gesundheitssystemen in Europa Einsparungen in......
24.07.17
Dortmund – Mitte Juli hat der TÜV Nord bundesweit die erste Software für eine sichere Videosprechstunde zertifiziert. Diese ermöglicht Ärzten die Abrechnung der Videosprechstunde nach dem......
21.07.17
Earable misst Körpertemperatur besser als Wearable
Berkeley/Tianjin – Wearables der heutigen Generation messen schon jetzt die Zahl der Schritte, die Herzfrequenz oder andere Vitalzeichen. Ein neuer Sensor aus dem 3D-Drucker soll jetzt die......
21.07.17
Berlin – Seit Anfang Juli können Laborüberweisungen und Anforderungsscheine für Laboruntersuchungen digital erstellt und ausgetauscht werden. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)......
20.07.17
Telematik­infrastruktur: Frist für Anbindung von Praxen und Kliniken verlängert
Berlin – Die Anbindung aller Arzt- und Psychotherapeutenpraxen und Krankenhäuser an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) wird um ein halbes Jahr auf den 31. Dezember 2018 verschoben. Das hat das......
20.07.17
Nano-Pflaster misst Körperfunktionen über Wochen
Tokio – Japanische Ingenieure haben ein hauchdünnes und hautverträgliches Elektronik-Pflaster entwickelt, das über Wochen getragen werden kann und deshalb als Sensor für die „Health“-Funktionen von......
17.07.17
Berlin – Auf die Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen, Bürokratie abzubauen und die Versorgung zu verbessern, hat die Allianz Deutscher Ärzteverbände hingewiesen. „Der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige