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Medizin

COPD: Veränderte Lunge, verändertes Mikrobiom

Montag, 17. Juli 2017

/psdesign1, stock.adobe.com

München – Bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kann es mit der Zeit zu strukturellen Veränderungen in der Lunge kommen. Wissenschaftler des Helm­holtz-Zentrums München konnten zeigen, dass diese Änderungen nicht nur das Organ selbst betreffen, sondern auch die Bakterien, die in ihm leben. Die Ergebnisse wurden in Plos One publiziert (2017; doi: 10.1371/journal.pone.0180859).

Innerhalb der COPD gibt es drei verschiedene Subtypen, die sich durch eine chronische Bronchtitis oder Emphyseme abgrenzen. die sich beispielsweise durch quantitative Computertomographie (qCT) nachweisen lassen. „Wir wollten untersuchen, ob sich das Mikrobiom der Lunge in Abhängigkeit dieser Subtypen verändert“, ergänzt Michael Schloter, Leiter der Abteilung für vergleichende Mikrobiomanalysen (COMI) am Helm­holtz-Zentrum München.

Dazu untersuchten die Forscher Proben von neun gesun­den und 16 erkrankten Pro­ban­den. Diese hatten an der europaweit EvA-(Emphysema versus Airway Disease-)Studie zu Lungenerkrankungen teilgenommen. Zum einen analysierten die Forscher die Lungen mittels quantitativer Computertomographie (qCT), um die Patienten den COPD-Subtypen zuzuordnen. Zum anderen nutzten sie Abstri­che der Lungen, um anhand bestimm­ter Mar­ker­gene die Zusammensetzung des Lungen­mikro­bioms zu bestimmen.

„Dabei konnten wir zeigen, dass die Zusam­mensetzung der Bakteriengemeinschaft in der Lunge von COPD-Patienten ohne Verän­de­rungen der Lungenstruktur der von Gesun­den sehr ähnlich ist“, erklärt Erst­autorin Marion Engel, Wissenschaftlerin in der Arbeitsgruppe Komplexe Systeme am Helmholtz-Zentrum. „Dahingegen unterscheidet sich das Lungenmikrobiom von Erkrankten mit struktu­rellen Veränderungen der Lunge signifikant von denen der beiden anderen Gruppen, und das unabhängig von der Schwere der Erkrankung.“

Streptokokken unter Verdacht

Der Studie zufolge treten in strukturell veränderten Lungen besonders oft Strepto­kokken auf. Zu dieser Gattung gehören viele pathogene Vertreter, die auch häufig bei Exazerbationen nachgewiesen werden. In der Lunge von Gesunden dagegen fanden sich vermehrt Bakterien der Gattung Prevotella, denen auch eine Reihe von probio­tischen Eigenschaften zugeschrieben werden.

Zusammengefasst deuten die Ergebnisse darauf hin, dass bei bestimmten Subtypen einer COPD Veränderungen des Mikrobioms in der Lunge auftreten, die die Ansiedlung potenziell krankheitserregender Bakterien begünstigen können, so die Autoren. Im Sinne einer personalisierten Therapie sei es daher sinnvoll, auch das Mikrobiom im Blick zu haben: Etwa bei einer Abwägung, ob bei einem Patienten mit bestimmtem COPD-Subtyp Antibiotika oder Glukokortikoide verabreicht werden. © gie/idw/aerzteblatt.de

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