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Medizin

Zwei Impfstoffe verhindern transplazentare Zika-Infektionen

Montag, 17. Juli 2017

Bethesda – Zwei in USA entwickelte Zika-Impfstoffe haben bei Mäusen eine trans­plazentare Übertragung des Virus auf den Fetus effektiv verhindert. Die beiden in Cell (2017; doi: 10.1016/j.cell.2017.06.040) vorgestellten Impfstoffe werden bereits in klinischen Studien getestet.

Das Zikavirus ist in den letzten Wochen aus den Schlagzeilen verschwunden. In Südamerika sind die Erkrankungszahlen stark zurückgegangen. Dort scheint die Bevölkerung zunächst durchgeimpft zu sein. Dies ist jedoch keine Garantie für die Zukunft, so dass die Entwicklung von Impfstoffen fortgesetzt wird.

Die US-National Institutes of Health lassen derzeit wenigstens fünf unterschiedliche Impfstoffe klinisch testen. Die Studien werden zeigen, ob die Impfstoffe in der Lage sind, die Bildung von Antikörpern anzuregen. Ob diese Antikörper in der Lage sein werden, Feten vor den Viren zu schützen, wird sich mangels Erkrankungen derzeit nicht belegen lassen. 

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Doch die tierexperimentellen Studien, die ein Team um Theodore Pierson vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Bethesda/Maryland jetzt durchgeführt hat, stimmen zuversichtlich. Die Forscher untersuchten zwei Impfstoffe: Bei dem ersten handelt es sich um einen modifizierten mRNA-Impfstoff. Er enthält zwei Virus-Gene, aus denen im Körper die Proteine entstehen, gegen die das Immunsystem Antikörper bilden soll. Der zweite Impfstoff besteht aus lebenden attenuierten Zikaviren.

Die Forscher impften in zwei Testserien weibliche Mäuse mit den Impfstoffen. Nachdem die Tiere Antikörper gegen Zikaviren entwickelt hatten, wurden sie mit männlichen Mäusen zusammengebracht. Die trächtigen Tiere wurden dann mit Zikaviren inokuliert. Eine Woche nach der Infektion wurden die Tiere auf Zeichen einer Infektion hin untersucht. Die Forscher interessierten sich dabei vor allem für die Feten, bei denen es nach der Infektion mit Zikaviren zu Entwicklungsstörungen kommen kann, die in den letzten Jahren zu zahlreichen Geburten mit Mikrozephalie führten.

Während es in einer Gruppe von nicht geimpften Tieren immer zu schweren Fehlbildungen oder zum Absterben der Frucht kam, blieben die Embryonen und Feten der geimpften Muttertiere gesund. Die Untersuchung von Plazenta und dem Gehirn der neugeborenen Mäuse ergab, dass die Viren den Organismus der Feten nicht erreicht hatten und dadurch Schädigungen verhindert werden konnten. © rme/aerzteblatt.de

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