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Medizin

Gesundheits- und Sozialtraining in der Schule hat bleibenden Einfluss

Dienstag, 18. Juli 2017

/Woodapple, stock.adobe.com

Chicago – Schulische Übungsprogramme zu sozialer und emotionaler Intelligenz haben nicht nur einen unmittelbaren positiven Effekt auf die psychische Gesundheit, die sozialen Kompetenzen und Lernerfolge, sondern bieten nachhaltige Vorteile für die Kinder. Das berichten Forscher der University of British Columbia, der University of Illinois und der Loyola University. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Child Development (2017; doi: 10.1111/cdev.12864).

Das Erlernen sozialer und emotionaler Kompetenzen hilft Kindern, Emotionen zu erkennen und zu verstehen, Empathie zu empfinden, Entscheidungen zu treffen und Beziehungen zu pflegen. Es habe sich gezeigt, dass spezielle Lehrprogramme wie „MindUp“ und „Roots of Empathy“ auch die Lernerfolge der Kinder verbesserten, da sie Ängste und Verhaltensprobleme abbauten, so die Forscher. 

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Um festzustellen, ob das Training abgesehen von ihrem kurzfristigen Nutzen auch einen Langzeiterfolg haben, untersuchten die Forscher die Ergebnisse von 82 verschie­denen Programmen aus den USA und Europa, an denen mehr als 97.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen hatten, bis zu sechs Monate, nachdem das Programm statt­gefunden hatte. Sie stellten fest, dass das Sozialtraining nicht nur unmittelbar, sondern auch auf lange Sicht positive Effekte hat. Schüler, die an dem Programm teilgenommen hatten, schlossen häufiger das College beziehungsweise die Highschool ab. Außerdem waren Probleme hinsichtlich Substanzmissbrauchs geringer.

Des Weiteren zeigten sich die positiven Effekte dadurch, dass Teilnehmer seltener recht­liche Probleme oder Probleme mit der psychischen Gesundheit hatten. Zudem profitierten laut den Wissenschaftlern alle Kinder von den Programmen, unabhängig von ihrer Rasse, ihrem sozioökonomischen Hintergrund und ihrer Schule.

Die Autoren der Studie betonen, dass das Sozialtraining der Unterstützung der Kinder auf ihrem Lebensweg dienen und die Gesundheit steigern. Da die Fähigkeiten jedoch bestenfalls von Zeit zu Zeit gestärkt und gefestigt werden sollten, wünschen die Auto­ren sich, dass das Training fester Bestandteil des Curriculums werden.

Sie führen an, dass Schulen den idealen Ort darstellten, derartige Programme konse­quent zu imple­men­tieren. Dort könnten alle Kinder erreicht werden, auch diejenigen, die sonst benach­teiligt seien. Zusammenfassend betonen die Autoren, dass die Unterrichts­programme laut ihrer Untersuchung eine lohnenswerte Investition in die psychische Gesundheit der Kinder sind. © hil/aerzteblatt.de

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