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Netzwerk ProBeweis hilft Opfern von häuslicher oder sexueller Gewalt

Dienstag, 18. Juli 2017

Hannover – Das von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) initiierte Netzwerk ProBeweis zur professionellen Beweissicherung für Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt ist inzwischen in 26 Städten Niedersachsens vertreten. „Seit 2012 konnten durch das Projekt, das vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung finanziert wird, in insgesamt 560 Fällen gerichts­ver­wert­bare Befunde und Spuren einer Gewalttat gesichert und dokumentiert werden“, hieß es aus der MHH.

Einer europaweiten Studie zufolge erleiden 22 Prozent aller Frauen in Deutschland einmal oder mehrmals im Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasste für das Jahr 2015 in Niedersachsen rund 16.500 Fälle häuslicher Gewalt. 80 Prozent der Opfer waren Frauen.

„Vielen Betroffenen fällt es schwer, direkt nach erlebter häuslicher oder sexueller Gewalt eine Anzeige zu erstat­ten. Für ein mögliches späteres Gerichtsverfahren ist es jedoch sehr wichtig, sofort nach der Tat fachgerecht Spuren wie Würgemale, Hämatome oder Sperma zu sichern, medizinische Befunde zu erheben und alles zu dokumentieren“, erläuterte Anette Debertin vom MHH-Institut für Rechtsmedizin, die das Projekt leitet. Wichtig sei, dass die Untersuchung und Spurensicherung bei ProBeweis losgelöst von einer Anzeige bei der Polizei erfolge. Ein prozessrelevantes Gutachten könne bei Bedarf auch noch meh­re­re Jahre nach der Tat abgerufen werden.

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Als das Netzwerk 2012 gegründet wurde, gab es drei Anlaufstellen für Betroffene: das MHH-Institut für Rechtsmedizin, dessen Außenstelle in Oldenburg und als erste offi­zielle Partnerklinik die MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Mittlerweile gibt es 30 Untersuchungsstellen in 26 Städten. „Das große Interesse zeigt, dass Ärzte im Alltag immer wieder mit Gewaltopfern zu tun haben und dass unser Angebot gebraucht wird“, so Debertin. © hil/aerzteblatt.de

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