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Ausland

Versorgungskrise in Venezuela: Weltärztebund wendet sich an Präsidenten

Mittwoch, 19. Juli 2017

Ferney-Voltaire – Der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) hat die venezo­lanische Regierung aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen gegen die schwere Gesund­heitskrise des Landes zu ergreifen. WMA-Präsident Ketan Desai hat sich in einem Brief direkt an Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro gewandt.

„Es muss dringend gehandelt werden. Ärzte arbeiten unter schrecklichen Bedingungen, mit niedrigen Gehältern und in unzureichenden Krankenhäusern. Viele verlassen das Land“, schreibt Desai. Dies dürfe so nicht weitergehen. „Ohne eine gesunde Bevölke­rung wird Venezuela es schwierig haben, sich zu entwickeln und zu wachsen. Der Gesundheitsdienst des Landes und seine leidende Bevölkerung verdienen eine bessere Fürsorge von der Regierung“, so Desai weiter.

Maduro hatte Mitte Juni auf Berichte über die katastrophalen Zustände in den Krankenhäusern in Venezuela reagiert. Der sozialistische Regierungschef kündigte Investitionen in mehrere Kliniken in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an.

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In Venezuela ist aufgrund der Versorgungskrise die Säuglingssterblichkeit im Jahr 2016 um 30 Prozent auf knapp 11.500 gestiegen. Die Zahl der im Kindbett gestorbenen Mütter wuchs demnach um zwei Drittel auf 756 an.

Auch die Tropenkrankheit Malaria, die vor wenigen Jahren in Venezuela als weitgehend ausgerottet galt, setzt den Menschen immer mehr zu. Im vergangenen Jahr wurden dem Ministerium zufolge 240.000 Fälle gemeldet, 76 Prozent mehr als im Vorjahr. In 13 der 24 Bundesstaaten habe die Malaria epidemische Ausmaße angenommen, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Caracas mit. © hil/aerzteblatt.de

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