NewsAuslandEntscheidung über weitere EU-Zulassung für Glyphosat im Herbst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Entscheidung über weitere EU-Zulassung für Glyphosat im Herbst

Mittwoch, 19. Juli 2017

Brüssel – Über die EU-Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat für weitere zehn Jahre soll im Herbst entschieden werden. Experten aus den EU-Staaten debattierten zwar heute in Brüssel über den Vorschlag der EU-Kommission, die Lizenz zu verlän­gern. Sie legten sich aber noch nicht fest, wie eine Kommissionssprecherin bestätigte.

Glyphosat wird auch auf deutschen Feldern breit eingesetzt. Die Chemikalie stand im Verdacht, Krebs zu verursachen. Nach einer Studie der europäischen Chemikalien­agentur Echa hält die EU-Kommission den Krebsverdacht jedoch für ausgeräumt und die Substanz für sicher.

Wie Deutschland dazu steht, ist offen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bekräftigte heute im Hessischen Rundfunk ihr Nein zu Glyphosat, weil es Nah­rungsnetze und die biologische Vielfalt schädige. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine weitere Zulassung. Die Entscheidung fällt wahrscheinlich erst nach der Bundestagswahl unter dann womöglich anderen politischen Vorzeichen.

Anzeige

Die Grünen lehnen die Verlängerung ab und verwiesen darauf, dass Frankreich Nein sagen wolle. Die Bundesregierung müsse ihrer Verantwortung gerecht werden und die weitere Zulassung stoppen, erklärte Fraktionschef Anton Hofreiter. Ein Sprecher der EU-Vertretung Frankreichs in Brüssel betonte allerdings, dass auch sein Land noch keine feste Position habe. Die Entscheidung falle erst nach der Sommerpause, sagte er.

Die Zulassung läuft zum Jahresende aus. Ohne Mehrheit in dem zuständigen Exper­ten­gremium käme es wohl nicht zur Verlängerung, denn die Kommission will diese Verantwortung nicht alleine tragen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. März 2019
Los Angeles – Kinder, die im Central Valley aufwuchsen, einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region in Kalifornien, erkranken häufiger an Autismus, wenn sie vor der Geburt oder im ersten
Pestizide: Studie sieht leicht erhöhtes Autismusrisiko
20. März 2019
San Franciso – Der zum deutschen Bayer-Konzern gehörende US-Saatgutriese Monsanto hat einen wichtigen Teilprozess um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup verloren. Die Jury des
Monsanto unterliegt in US-Glyphosat-Prozess
13. März 2019
Luxemburg – Im Streit um mögliche Gesundheitsgefahren durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat eine Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die derzeitigen Schutzregeln der EU
Generalanwältin stützt EU-Schutzregeln in Glyphosatstreit
7. März 2019
Luxemburg – Umstrittene Studien über das Krebsrisiko des Unkrautvernichters Glyphosat müssen nach einem Urteil des EU-Gerichts öffentlich gemacht werden. Die Entscheidung der EU-Lebensmittelbehörde
EU-Gericht: Behörde muss Zugang zu Glyphosat-Studien gewähren
27. Februar 2019
Leverkusen – Der übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto entwickelt sich für Bayer zum Wachstumstreiber, bleibt aber ein juristisches Sorgenkind. Die Zahl der Kläger, die in den USA Schadenersatz wegen
Monsanto-Klagewelle reißt nicht ab
26. Februar 2019
San Francisco – Vor einem US-Bundesgericht in San Francisco hat ein möglicherweise richtungsweisender Prozess um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat begonnen. Der klagende US-Bürger macht in dem
Potenziell wegweisender Glyphosat-Prozess in den USA begonnen
25. Februar 2019
Paris – Die französische Verbraucherschutzbehörde Anses will mit einer „unabhängigen Studie“ über die tatsächlichen Gesundheitsauswirkungen des Unkrautmittels Glyphosat aufklären. Eine Vertreterin von
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER