NewsMedizinMammafrühkarzinom: Neratinib senkt Rezidivrate bei HER2-Tumoren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Mammafrühkarzinom: Neratinib senkt Rezidivrate bei HER2-Tumoren

Donnerstag, 20. Juli 2017

Mammafrühkarzinom: Neratinib senkt Rezidivrate bei HER2-Tumoren
/curlymary, stock.adobe.com

Silver Spring – Eine langfristige Behandlung mit dem Kinase-Inhibitor Neratinib im Anschluss an die adjuvante Therapie mit Trastuzumab hat in einer Phase 3-Studie das krankheitsfreie Überleben von Patientinnen mit HER-positivem Mammafrühkarzinom geringfügig, aber signifikant verlängert. Das Medikament wurde jetzt von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen. Ein Antrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur ist noch anhängig.

In den USA wird nach Schätzungen des National Cancer Institute (NCI) in diesem Jahr bei 252.710 Frauen ein Brustkrebs diagnostiziert, von denen 40.610 an der Krankheit sterben werden. In Deutschland kamen 2012 auf 69.550 Neuerkrankungen 17.748 Todesfälle. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt derzeit bei 88 Prozent. Die Überlebenschancen sind vor allem beim Mammafrühkarzinom exzellent, was den Spielraum für weitere Verbesserungen stark einschränkt.

Anzeige

Der Hersteller Puma Biotechnology aus Los Angeles musste deshalb in eine Studie mit 2.840 Patientinnen investieren, um einen Vorteil seines Wirkstoffs mit statistischer Signifikanz belegen zu können. Dies ist mit der im letzten Jahr in Lancet Oncology (2016; 17: 367–377) veröffentlichten ExteNET-Studie vermutlich gelungen. Der Anteil der Patienten, die zwei Jahre nach Beginn der Behandlung noch ohne Rezidiv waren, konnte von 91,9 auf 94,2 Prozent gesteigert werden. Arlene Chan von der Curtin Uni­versity in Perth/Australien und Mitarbeiter ermittelten eine Hazard Ratio von 0,66, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,49 bis 0,90 statistisch signifikant war.

Der Nachweis einer signifikanten Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens wird von der FDA als ausreichend für eine Zulassung angesehen. Der Hersteller hat auch in Europa die Zulassung eingereicht, eine Entscheidung steht noch aus.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Neratinib sind laut FDA Durchfall, Übelkeit, Bauch­schmerzen, Abgeschlagenheit (Fatigue), Erbrechen, Hautausschlag, Stomatitis, verminderter Appetit, Muskelkrämpfe, Dyspepsie sowie ein Anstieg der Leberenzyme AST oder ALT. Weiterhin kann es zu Veränderungen der Fingernägel, trockener Haut, Völlegefühl, Gewichtsverlust und Harnwegsinfektionen kommen. Die häufigste Neben­wirkung, die zum Abbruch führte, waren schwere Durchfälle, die bei 16,8 Prozent der mit Neratinib behandelten Patienten beobachtet wurde. Eine Leberschädigung oder eine Erhöhung der Transaminasen führte bei 1,7 Prozent der Patienten zu einem Medikamentenabbruch. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. September 2018
Lyon – In diesem Jahr werden weltweit 18,1 Millionen Menschen an Krebs erkranken und 9,6 Millionen daran sterben. Dies ergeben Schätzungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer
Weltweite Zahl der Krebsdiagnosen steigt
7. September 2018
Berlin – Das Disease-Management-Programm (DMP) für Patientinnen mit Brustkrebs ist komplett neu ausgerichtet worden. Das überarbeitete Programm startet im Oktober und stellt vor allem die Nachsorge in
Überarbeitetes Disease-Management-Programm Brustkrebs startet
6. September 2018
Köln – Der Test Oncotype DX kann Brustkrebspatientinnen identifizieren, die auf eine adjuvante systemische Chemotherapie verzichten können. Die klinische Relevanz des Verfahrens ist aber weiter
Brustkrebs: Biomarkertest als Indikator für Chancen auf Chemotherapieverzicht
4. September 2018
San Francisco – Eine Brustkrebsoperation, die bei jüngeren Frauen selten zu Komplikationen führt, kann für Pflegeheimbewohnerinnen ein tödliches Risiko sein. Geriater warnen in JAMA Surgery (2018;
Brustkrebsoperation im hohen Alter birgt Risiken
23. August 2018
Jena – Ein Protein namens „TRPS1“ kommt in Zellen des triple-negativen Mammakarzinoms vermehrt vor. Wird TRPS1 herunterreguliert, dann sinkt das Tumorwachstum und die Überlebenschancen steigen. Das
Neuer Ansatz zur Behandlung von triple-negativen Mammakarzinomen
20. August 2018
Houston – Der PARP-Inhibitor Talazoparib, der in Tumorzellen die Reparatur von Kopiefehlern verhindert, hat bei Patientinnen mit Keimzellmutationen in den BRCA1/2-Genen das progressionsfreie Überleben
Talazoparib: PARP-Inhibitor verlängert progressionsfreies Überleben bei fortgeschrittenem BRCA1/2-Mammakarzinom
20. August 2018
Hamburg – „Hamburgs Alster wird pink!“: Unter diesem Motto haben gestern Hunderte Menschen in pinken Outfits auf Stand-up-Boards, in Kanus oder Tretbooten auf das Thema Brustkrebs aufmerksam gemacht.
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER