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Politik

Telematik­infrastruktur: Frist für Anbindung von Praxen und Kliniken verlängert

Donnerstag, 20. Juli 2017

/Alex Tihonov, stock.adobe.com

Berlin – Die Anbindung aller Arzt- und Psychotherapeutenpraxen und Krankenhäuser an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) wird um ein halbes Jahr auf den 31. Dezember 2018 verschoben. Das hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) heute auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes offiziell bestätigt. Das Vorhaben muss damit nicht mehr wie bisher vorgesehen zum 1. Juli 2018 abgeschlossen sein. Mit der Entscheidung des Ministeriums werden zugleich auch das Rollout für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und der Startschuss für das Versichertenstammdatenmanagement, das als erste Anwendung in den Praxen genutzt werden soll, nach hinten geschoben.

Bislang sah der Zeitplan des 2016 in Kraft getretenen E-Health-Gesetzes vor, dass nach einer Erprobungsphase in zwei Testregionen ab dem 1. Juli 2018 alle Praxen und Krankenhäuser an die TI angeschlossen sein müssen. Fristüberschreitungen seitens GKV-Spitzenverband, Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassen­zahnärztlicher Bundesvereinigung sollten mit Haushaltskürzungen geahndet werden. Praxen, die bis Ende der Frist nicht an die TI angeschlossen sind, droht eine Kürzung von einem Prozent ihres Honorars.

Der Gesetzgeber hat mit der Fristverlängerung nun auf Probleme der Industrie mit der Herstellung der sogenannten Konnektoren reagiert. Diese sind notwendig, um die Praxen an die TI anzuschließen. Der erste Konnektor wurde aber erst für den Herbst dieses Jahres angekündigt. Weitere Anbieter nannten Termine für das kommende Jahr.

„Wir hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass der Zeitraum von ursprünglich knapp einem Jahr extrem eng ist, um die Praxen aller Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte mit der neuen Technik auszustatten, zumal erwartet wird, dass diese erst im Herbst zur Verfügung stehen wird“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Dieser Forderung sei der Gesetzgeber zwar nachkommen, jedoch wäre eine Verlängerung um ein Jahr noch besser gewesen. „Auch der neue Zeitplan ist ambitioniert“, erklärte Stahl. © may/aerzteblatt.de

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