Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Hausarztberuf für Studierende zunehmend interessant

Donnerstag, 20. Juli 2017

Stuttgart – Eine Tätigkeit als Hausarzt ist für die kommende Arztgeneration zuneh­mend attraktiv. Zu dieser Einschätzung kommen der Hartmannbund (HB) und die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg nach einer Umfrage unter Medizinstudierenden. Rund 300 Studierende der Medizin aus dem Südwesten haben sich an der Umfrage beteiligt. Etwa jeder zweite von ihnen zieht in Betracht, als Hausarzt zu arbeiten. Zirka 20 Prozent sind noch gänzlich unentschlossen und jeder Dritte strebt eine Spezialisie­rung als Facharzt an.

„Die positiven Seiten des Hausarztberufes werden von den Studierenden wieder stärker wahrgenommen“, sagte Klaus Rinkel, Vorsitzender des HB in Baden-Württemberg. Die Möglichkeit, Patienten über einen langen Zeitraum zu begleiten und das große medizi­nische Spektrum, das vom Hausarzt abgedeckt wird, wurden als zentrale Pluspunkte genannt.

Genügend Praktikumsplätze

Eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf die Hausarzttätigkeit spielen die medizini­schen Fakultäten: So sagen acht von zehn Studierenden, dass es an ihrer Hochschule genügend Lehr- und Informationsangebote im Hinblick auf eine Tätigkeit als Hausarzt gebe. Über 90 Prozent sind der Meinung, dass es keine Probleme bereite, einen Prakti­kums­platz bei einem Hausarzt zu bekommen.

Laut der Umfrage ist den Studierenden das Umfeld ihrer Tätigkeit besonders wichtig. „Gute Kinderbetreuung und damit auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht an erster Stelle bei der Entscheidung, ob auch eine Tätigkeit als Landarzt infrage kommt“, betonte Rinkel. Für sieben von zehn Studierenden sei dieser Punkt sehr wich­tig. Genügend Freizeit für kulturelle Angebote sind für rund 60 Prozent der Studieren­den von großer Bedeutung.

Die Umfrage zeigt aber auch, dass sich einige Klischees zum Hausarztberuf weiter halten: So hält jeder Zweite die Vergütung für zu schlecht, jeder Dritte sieht den Haus­arzt von der medizinischen Entwicklung abgekoppelt und jeder Vierte ist der Ansicht, der Hausarzt genieße zu wenig Ansehen in der medizinischen Fachwelt.

Die Vorstellung, dass neue Entwicklungen in der Medizin beim Hausarzt erst ganz am Schluss ankommen, ist aus Sicht der TK völlig falsch. „Vor allem vom Hausarzt wird es in Zukunft abhängen, ob die großen Trends wie die Digitalisierung oder die Herausforderung einer alternden Gesellschaft von der ambulanten Medizin gut gemeistert werden“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2018
Mainz – Die Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz will die Einführung einer Landarztquote für Medizinstudenten prüfen, um einem Ärztemangel vorzubeugen. Eine solche Quote sei kein Allheilmittel, aber
Rheinland-Pfalz will Landarztquote prüfen
23. Mai 2018
Berlin – Die Bundesregierung will die Mindestsprechstundenzeiten von derzeit 20 auf 25 Stunden ausweiten. Dass dabei Hausbesuche offenbar nicht zur Sprechstundenzahl zählen, obwohl sie ein zentraler
Hausärzte empört über Missachtung von Hausbesuchen als Sprechstundenzeit
22. Mai 2018
Witten – Die Privatuniversität Witten/Herdecke will die Zahl der Medizinstudienplätze verdoppeln. Von 2019 an sollen dort pro Jahr 168 angehende Ärzte ihre Ausbildung beginnen. Bisher gibt es 42
Privatuni Witten/Herdecke will Medizinstudienplätze verdoppeln
16. Mai 2018
London – Die British Medical Association schlug kürzlich vor, die Zahl der Patienten, die ein Hausarzt jeden Tag versorgt, zu begrenzen, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Im British Medical
Wie viele Patienten sollte ein Hausarzt pro Tag maximal versorgen?
15. Mai 2018
Erfurt – Es soll mehr Studierende in der Humanmedizin geben – und die, die bereits an den Fakultäten studieren, fordern von Ärztinnen und Ärzten klare Vorbildfunktionen und eine deutliche Haltung in
Ärztetag fordert 6.000 neue Medizinstudienplätze
15. Mai 2018
Berlin – Medizinstudierende in Deutschland haben die Forderung des Deutschen Ärztetages nach besseren Bedingungen im letzten Studienjahr – dem Praktischen Jahr (PJ) – begrüßt. „Wir freuen uns, dass es
Medizinstudierende begrüßen Forderung des Ärztetages für bessere Bedingungen im Praktischen Jahr
14. Mai 2018
Münster – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) warnt vor einem „Akademisierungswahn“ in Deutschland. Er halte zum Beispiel nichts von der Entwicklung, für immer mehr Berufe einen Bachelor zu

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige