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Vermischtes

Psychosoziale Versorgung für Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz wird ausgebaut

Montag, 24. Juli 2017

Kaiserslautern/Mainz – In Rheinland-Pfalz gibt es demnächst ein sechstes psycho­soziales Zentrum für die Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Kaiserslautern trifft dafür zurzeit die letzten Vorbereitungen, wie DRK-Kreisgeschäftsführer Ralf Marco Prinz mitteilte.

Mit dann sechs psychosozialen Zentren (PSZ) und einer landesweiten Koordinierungs­stelle sei Rheinland-Pfalz gut genug aufgestellt, damit keine zu langen Wege entstün­den, erklärte eine Sprecherin des Integrationsministeriums. Die Vernetzung mit Ärzten, Sozialamt, Ausländerbehörden und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ermögliche eine Beratung und Behandlung, die den persönlichen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werde.

Mehr Geld eingeplant

Die psychotherapeutische Betreuung von Flüchtlingen habe für Rheinland-Pfalz eine besondere Bedeutung, sagte Staatssekretärin Christiane Rohleder (Grüne) in der letzten Sitzung des Familien- und Integrationsausschusses des Landtags vor der Sommer­pause. „Aufgrund von Kriegs-, Gewalt- und Fluchterfahrungen im Heimatland oder auf der Flucht sind viele Flüchtlinge traumatisiert oder leiden an psychischen Störungen.“ Für ihre Versorgung hat das Land in diesem und im nächsten Jahr jeweils eine Million Euro bereitgestellt, doppelt so viel wie 2015.

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Die psychosozialen Zentren bieten Beratung und Information, Diagnostik und Therapie, Gutachten und Stellungnahmen, Gruppenangebote und Fortbildungen. Im vergangenen Jahr wurden nach vorläufigen Zahlen etwa 1.400 Menschen betreut. In 117 Fällen wurde eine Therapie eingeleitet. Das neue Zentrum ist das erste mit dem DRK als Partner des Integrationsministeriums. Träger der bisher eingerichteten Zentren in Trier, Mayen, Mainz, Ludwigshafen und Alten­kirchen sind die Caritas und das Diakonische Werk.

In Kaiserslautern nutzt das DRK die Räume des Kreisverbands, wo für das psycho­soziale Zentrum mehrere Zimmer ähnlich wie in einer Arztpraxis eingerichtet wurden. In nächster Zeit soll das Bewerbungsverfahren für die Stelle einer psychothera­peuti­schen oder psychologischen Fachkraft abgeschlossen werden, die Einstellung ist zum 1. September geplant. Zusammen mit dem neuen Mitarbeiter soll dann ein auf die Region zugeschnittenes Konzept entwickelt werden, sodass die Arbeit voraussichtlich im Oktober beginnen kann. Es gebe bereits erste Anfragen von Flüchtlingsunterkünften oder Behörden aus benachbarten Landkreisen, sagte Prinz.

Viele Betroffene seien aufgrund schwieriger Erfahrungen ihrer Gesamtsituation trau­ma­ti­siert, betonte der DRK-Kreisgeschäftsführer. „Manches lässt sich in der Familie kompensieren, anderes nicht – und dafür sind wir dann da.“ © dpa/aerzteblatt.de

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