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Ausland

Britische Eltern geben Kampf um Behandlung ihres todkranken Babys auf

Montag, 24. Juli 2017

London – Die Eltern eines todkranken britischen Babys haben ihren Kampf vor Gericht um die Weiterbehandlung in den USA aufgegeben. Unglücklicherweise sei die „Zeit abgelaufen“, sagte der Anwalt der Eltern heute zu Beginn einer Anhörung des Londoner Gerichts. Er verwies auf jüngste Gehirnscans des Babys und sagte, eine Weiterbehand­lung sei nicht mehr zu „seinem Besten“.

Der Junge leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt, unter anderem kann er nicht mehr selbstständig atmen. Seine Ärzte am Londoner Krankenhaus Great Ormond Street und andere Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte, um dem Kind weiteres Leiden zu ersparen. Alle gerichtlichen Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gaben den Ärzten Recht.

Das Londoner Krankenhaus rief dann aber selbst das Gericht an, um neue Hinweise auf experimentelle Behandlungsmethoden erörtern zu lassen. Gleichzeitig bekräftigte es seinen bisherigen Standpunkt. Die Eltern wollten ihren Sohn mit einer Versuchsmetho­de in den USA behandeln lassen. Das Gericht wollte nach neuen Anhörungen zu der Methode morgen sein Urteil fällen.

Das Schicksal des elf Monate alten Babys hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl Papst Franziskus als auch US-Präsident Donald Trump bekundeten ihr Mitge­fühl. Trump bot über den Kurzbotschaftendienst Twitter seine Hilfe an.

Das Great-Ormond-Street-Krankenhaus klagte zuletzt über Belästigungen und sogar Morddrohungen durch Unterstützer der Eltern gegen Ärzte und Krankenschwestern. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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