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Vermischtes

Digitalisierung erfordert neue Formen des betrieblichen Gesundheits­managements

Dienstag, 25. Juli 2017

/QUALIA studio, stock.adobe.com

Berlin – Die Digitalisierung ist in der Arbeitswelt breit angekommen und erfordert einen neuen Abgleich von Arbeit und Freizeit und ein gezieltes Gesundheits­manage­ment. Das zeigt eine neue Untersuchung der Barmer und der Deutschen Telekom. Forscher der Universität St. Gallen befragten dazu rund 8.000 Arbeitnehmer in Deutschland.

„Die Digitalisierung soll den Menschen das Leben erleichtern, erreicht mitunter aber genau das Gegenteil und kann sogar krank machen“, erklärte Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Er wies darauf hin, dass sowohl Betriebe als auch Mitarbeiter davon profitierten, gesundheitliche Risiken zu minimieren. Für Straub gehört ein konkretes Programm zum Gesundheitsmanagement in jedem Unternehmen weit oben auf die Agenda.

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Zu den Kernthesen der Studie gehört zum Beispiel, dass die Digitalisierung voll in der Erwerbsbevölkerung angekommen ist und Unter­schiede zwischen einzelnen Berufen und Branchen eher gering ausfallen. Führungskräfte, jüngere Berufstätige, Männer sowie Berufstätige in der Unternehmensführung und in IT- und naturwissenschaftlichen Berufen verspüren der Analyse zufolge einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsdruck. Ältere und jüngere Berufstätige unterscheiden sich demnach nur wenig in Bezug auf Techno­logie-Optimismus, technologische Fähigkeiten und Angst vor Arbeits­platzverlust durch Technologie.

Die Untersuchung macht auch deutlich, dass der Grad der Digitalisierung signifikant mit emotionaler Erschöpfung und Konflikten zwischen Arbeit und Familie zusammenhängt. 23 Prozent der Befrag­ten fühlen sich demnach durch ihre Arbeit emotional erschöpft. Aus Sicht der Studie sind flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte positiv zu bewerten, da sie mit verringerten Arbeits- und Familienkonflikten und reduzierter emotionaler Erschöpfung einhergehen.

Eine wichtige Rolle beim erfolgreichen Management von Digitalisierung spielt der Erwerbstätige selbst. Eine geringe IT-Nutzung zu Arbeitszwecken in der Freizeit, emotionale Abgrenzung und Sport hängen mit reduzierter emotionaler Erschöpfung und erhöhter Arbeitsfähigkeit zusammen, heißt es.

Barmer und Telekom kündigten ein gemeinsames Projekt auf Basis der Studienergebnisse an. Dabei soll es darum gehen, neue Elemente des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu erarbeiten und zu erproben. © hil/aerzteblatt.de

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