Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Parkinson-Patienten zeigen Veränderungen im visuellen System

Dienstag, 25. Juli 2017

/Klaus Eppele, stock.adobe.com

Mailand – Parkinson scheint nicht nur das kognitive und motorische System zu betreffen, sondern auch negativen Einfluss auf das visuelle System zu nehmen. Dies berichtet die Arbeitsgruppe um Alessandro Arrigo an der University Vita-Salute San Raffaele of Milan in der Fachzeitschrift Radiology (2017; doi: 10.1148/radiol.2017161732).

Dass Parkinson keine reine Erkrankung des motorischen Systems ist, beweisen die vielen zusätzlichen Störungen, unter denen Betroffene leiden können. Demenz, Ver­stop­fung, REM-Schlafstörungen, Anosmie, Depressionen, Dysästhesien und vegetative Störungen sind Beispiele für fakultative Begleitsymptome. Die Symptome zeigen außer­dem, dass auch andere zentrale Strukturen von der Degeneration betroffen sein könnten.

Verlust der Sehschärfe

Laut den Autoren werden diese Symptome aber nicht immer von Patienten berichtet, da ihnen die Verbindung zu ihrer Grunderkrankung häufig nicht klar sei. Die Forscher berichten, dass Studien zudem auch auf Störungen des visuellen System hin­deuteten. Ein Verlust der Sehschärfe, Farbsehstörungen und Augentrockenheit seien bei Betroffenen nachweisbar. 

In ihrer Studie untersuchten die Forscher Patienten, bei denen erst kürzlich ein Morbus Parkinson diagnostiziert wurde und eine Kontrollgruppe mit gesunden Probanden. Die Patienten waren bis dahin unbehandelt. Die beiden Gruppe wurden mit diffusions­gewichteten Aufnahmen und einer voxelbasierten Morphometrie im MRT sowie augen­ärztlich untersucht.

Die Forscher fanden bei den Parkinson-Patienten deutlich mehr Auffälligkeiten im visuellen System als bei Vergleichspatienten. Insgesamt war in der Sehstrahlung eine Reduktion der weißen Substanz, eine Alteration der Vernetzung und ein verschmälertes Chiasma Opticum nachweisbar.

Die Forscher vermuten, dass die Veränderungen den motorischen Symptomen voraus­gehen. Bisher gäbe es jedoch nur wenige Studien, die sich mit der Affektion des visu­ellen System bei Parkinson-Patienten befassen, so die Wissenschaftler. Ein besseres Verständnis könnte jedoch Vorteile in der Diagnose und Symptomkontrolle der Erkran­kung bringen, so die Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23. Mai 2018
Rostock – Die Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern hat seit ihrer Gründung im Juli 2015 bereits 1.000 Augenhornhauttransplantate vermittelt und damit einen entsprechenden Versorgungsengpass reduzieren
Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern hilft, Versorgungsengpass zu reduzieren
8. Mai 2018
Ann Arbor – Unter der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren kann es, wenn auch vermutlich selten, zu Sehstörungen kommen. Zu den schweren Komplikationen, die einen Abbruch der Behandlung erzwingen
„Uveal Effusion“-Syndrom: Sehstörung durch Checkpoint-Inhibitoren
8. Mai 2018
Bonn – Mit einem neuen ambulanten Beratungs- und Trainingsangebot zur visuellen Rehabilitation will die Universitätsklinik Bonn eine Versorgungslücke in der Region schließen. „Anders als bei einer
Universitätsklinik Bonn will Versorgungslücke bei visueller Rehabilitation schließen
2. Mai 2018
San Antonio/Texas – Der Verzehr von dunkler Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil kann Sehstärke und Kontrastempfindlichkeit kurzfristig verbessern, wie eine randomisierte klinische Studie in JAMA
Dunkle Schokolade verbessert die Sehstärke (für kurze Zeit)
25. April 2018
Berlin/Neuss – Vor Fehlmedikationen bei Parkinson warnen die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) und der Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie
Neurologen und Patienten warnen vor Fehlmedikation durch Aut-idem-Regelung bei Parkinson
24. April 2018
San Francisco – US-Veteranen, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten, erkrankten in der Folge häufiger am Morbus Parkinson. Ein erhöhtes Risiko war in einer retrospektiven Kohortenstudie in
Parkinson: Schon eine einzige Hirnerschütterung könnte Risiko erhöhen
24. April 2018
New York – Die Behandlung von Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn mit TNF-Inhibitoren könnte einen unverhofften Zusatznutzen haben. Laut einer Analyse von Versichertendaten in JAMA

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige