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Politik

Cannabis-Verord­nungen schießen in die Höhe

Dienstag, 25. Juli 2017

/AlienCat, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Zwischen März und Mai 2017 sind die abgerechneten Verord­nungen cannabishaltiger Fertig- und Rezepturarzneimittel für gesetzlich Kranken­versicherte um 80 Prozent gestiegen. Das berichtet der Statistikdienstleister Quin­tilesIMS. Danach gab es im März dieses Jahres rund 3.600 abgerechnete Verordnungen, im Mai knapp 6.500 Verordnungen.

Hintergrund ist, dass im März 2017 das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrecht­licher Vorschriften in Kraft getreten ist. Seitdem haben schwer kranke Patienten unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf die Erstattung von Cannabis-Medikamenten. Der Eigenanbau des Medizinalhanfs ist allerdings weiterhin nicht erlaubt.

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Cannabis als Medizin: Erste Zahlen, Ansturm in Fachpraxis

München – Seit kurzem können Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen Cannabis auf Rezept erhalten. Bisher hatten etwa 1.000 Patienten bundesweit eine Ausnahmegenehmigung. Erste Daten lassen nun erahnen, dass die Zahlen deutlich ansteigen werden. Bei der DAK Gesundheit sind allein zwischen dem 1. März und 8. Mai 2017 rund 600 Anträge und Anfragen auf Verordnung von medizinischem [...]

Um Cannabispräparate zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) verordnen zu können, muss vorab ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Nach Begut­achtung durch den Medizinischen Dienst (MDK) wird über die Bewilligung eines Antrags entschieden. Ein Großteil der Verordnungen werden von drei Fachgruppen getätigt. Laut QuintilesIMS-Analyse stammen 31 Prozent der Verordnungen von Neurologen, 23 Prozent wurden Allgemeinmedizinern und acht Prozent von Internisten getätigt.

„Die Gesetzesänderung bedeutet für oftmals schwerkranke Patienten mit starken Schmerzen eine Chance auf Linderung, wenn andere Optionen nicht genug helfen. Mit der Legalisierung der Verschreibung von Medizinalhanf-Produkten könnte die Nachfrage schnell steigen“, hieß es aus dem Unternehmen.

Dass der Umgang von Krankenkassen mit dem Thema Cannabis problematisch ist, wurde bereits mehrfach kritisiert. Nach Recherchen des Deutschen Ärzteblattes genehmigen die Krankenkassen die Kostenerstattung häufig nicht. Während einige Kassen keine Zahlen zur Verfügung stellten, erklärte die AOK Niedersachsen, dass sie von 260 eingereichten Anträgen 50 genehmigt hätte. © hil/aerzteblatt.de

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