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Medizin

Insulin wirkt auch beim Menschen direkt auf das neuronale Belohnungssystem

Montag, 31. Juli 2017

Hamburg – Insulin wirkt direkt auf das neuronale Belohnungssystem im menschlichen Gehirn und verändert die Bewertung von Essensreizen. Bei übergewichtigen Men­schen mit Insulinresistenz arbeitet dieses System aber nicht mehr adäquat. Das berich­ten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in der Zeit­schrift Nature Communications (2017; doi: 10.1038/ncomms16052).

An der Studie nahmen 48 normal- und übergewichtige Probanden teil. Ihnen wurde zunächst – jeweils in Form eines Nasensprays – Insulin und an einem weiteren Tag ein Placebo verabreicht. Anschließend mussten alle Teilnehmer Bilder von Lebensmitteln, zum Beispiel Schokoladenriegel, und Gegenständen, zum Beispiel Schmuck, hinsicht­lich ihrer persönlichen Vorlieben bewerten. Während sie das taten, beobachteten die Forscher ihre Hirnaktivitäten mithilfe der funktionellen Kernspintomografie (fMRT).

„Die Hauptergebnisse unserer Studie zeigen, dass Insulin im Gehirn bei Probanden mit normaler Insulin-Sensitivität die Präferenz von Nahrungsmitteln deutlich reduziert und das sogenannte Belohnungssystem hemmt“, erläuterte die Studienleiterin Stefanie Brassen vom Institut für systemische Neurowissenschaften des UKE. Das Hormon reduziere den Belohnungswert insbesondere hochkalorischer Nahrungsmittel und somit die Gefahr des Überessens.

Bei Studienteilnehmern mit Insulin-Resistenz hat sich dagegen keiner dieser Effekte gezeigt. Insulin-Resistenz ist daher für die Ausprägung von krankhaftem Essverhalten bereits bei nicht diabetischen, jedoch übergewichtigen Menschen von Bedeutung, hieß es aus der Arbeitsgruppe. In nachfolgenden Studien wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Gewichtsabnahme nach einer dreimonatigen Diät auf die Wirkung des Insulins im Gehirn auswirkt.

Die Studie wurde als Projekt des Sonderforschungsbereichs TR-SFB 134 „Ingestive Behaviour: Homeostasis and Reward“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. © hil/aerzteblatt.de

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