Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

E-Zigaretten helfen Rauchern aufzuhören

Donnerstag, 27. Juli 2017

/Björn Wylezich, stock.adobe.com

San Diego – Im Jahr 2014/2015 gelang der Rauchstopp deutlich mehr US-Bürgern als in allen Jahren zuvor. Die E-Zigarette könnte ihren Teil dazu beigetragen haben. Denn mit dem elektrischen Dampf gelang es fast doppelt so vielen, mit dem Rauchen auf­zuhören. Das zeigen repräsentative Daten aus dem Current Population Survey-Tobacco Use (CPS-TUS), die Forscher der University of California in The BMJ publiziert haben (2017; doi: 10.1136/bmj.j3262).

Die Bilanz sieht für das Jahr 2014/2015 erstmals deutlich besser aus als für die Jahre 2001/2002, 2003, 2006/2007 und 2010/2011. 5,6 Prozent der befragten Raucher haben für mindestens drei Monate aufgehört zu rauchen. In den Jahren zuvor lag die Quote hingegen mit 4,3 bis 4,5 Prozent stets darunter. Das bedeutet, dass etwa 350.000 zusätzliche US-Bürger 2014/2015 dem Rauchen entsagt haben.

Um die Ursache für diesen positiven Trend benennen zu können, untersuchten die Forscher um Shu-Hong Zhu die Nutzung der E-Zigarette. Von 161.054 Umfrage­teil­nehmern aus dem Jahr 2014/2015 rauchten 22.548 und 2.136 hatten kürzlich damit aufgehört. In diesen beiden Gruppen – Raucher und ehemalige Raucher – hatten 38,2 beziehungsweise 49,3 Prozent E-Zigaretten schon mal ausprobiert. Aktuell inhalierten noch 11,5 Prozent der Raucher und 19 Prozent der ehemaligen Raucher mehrmals die Woche den elektrischen Dampf. Mit dem Rauchen aufzuhören, versuchten nicht nur deutlich mehr E-Zigaretten-Nutzer (65,1 versus 40,1 Prozent). Sie waren auch erfolg­reicher dabei. Mithilfe der E-Zigarette gelang 8,2 Prozent der Rauchstopp, während es ohne nur 4,8 Prozent gelang, mindestens drei Monate enthaltsam zu leben.

Nicht untersucht wurden andere Maßnahmen, die die Zahlen ebenfalls beeinflusst haben könnten. Christopher Bullen von der University of Auckland geht davon aus, dass die Steuererhöhung im Jahr 2009 sowie die breit angelegte TV-Aufklärungskampagne die Erfolgsrate bei der Rauchentwöhnung zudem begünstigt haben, jedoch nicht allein dafür verantwortlich gemacht werden können. Die Autoren fordern politische Entschei­dungsträger dazu auf, die aktuellen Ergebnisse bei ihrer weiteren Strategie zu berück­sichtigen.

Seit Einführung der E-Zigarette diskutieren Experten über deren Schaden und Nutzen. Kritiker benennen bezüglich der Rauchentwöhnung vor allem den dualen Konsum als langfristiges Gesundheitsrisiko. Darüber hinaus bringt das gesundheitlich bedenkliche Lifestyleprodukt auch neue Probleme mit und könnte Jugendlichen den Einstieg erleichtern. Beide Seiten wurden im Deutschen Ärzteblatt ausführlich dargestellt:

E-Shishas und E-Zigaretten: Debatte um Schaden und Nutzen

In Fachkreisen herrscht Uneinigkeit: Die einen sehen das Potenzial von E-Zigaretten, die Gesundheitsbelastung von Rauchern zu senken. Die anderen befürchten, dass das Lifestyleprodukt, insbesondere Jugendliche, erst zum Rauchen animiert. Für die einen sind sie das Wundermittel, das der Tabakepidemie ein Ende setzen kann, für die anderen der Wolf im Schafspelz – in Fachkreisen herrscht Uneinigkeit

© gie/aerzteblatt.de
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LiquidMeister
am Donnerstag, 17. August 2017, 08:57

Bei uns auch

Ja, ging aus ähnlich. Seit die [url=https://www.dampferland.ch]E-Zigarette[/url] Einzug in unseren Haushalt gefunden hat, wird kein Tabak mehr geraucht!
cis2000
am Montag, 7. August 2017, 23:45

ein Nutzer Kommentar!

In unserem Haushalt haben mit hilfe der E-Zigarette (ED - Elektronische Dampferzeuger) 100% mit dem Rauchen aufgehört. 100% Erfolg bei 4 Personen. Kann man das hochrechnen? Vielleicht auf 500 Einwohner? 100% das wären 500 Einwohner ohne Zigarette! :-)

Nachrichten zum Thema

12.12.17
Bundesrechnungshof bemängelt steuerfreien Tabak und Physiotherapie bei Soldaten
Berlin – Tabakwaren, die Hersteller an Beschäftigte unentgeltlich abgeben, sind von der Tabaksteuer befreit. Das hat der Bundesrechnungshof (BRH) heute erneut in seinem Jahresbericht bemängelt. Kritik......
12.12.17
Tabakerhitzer: Erste Untersuchungen des BfR bestätigen reduzierte Emission
Heidelberg – Seit Oktober 2017 führt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) eigene Untersuchungen zu den Emissionen von Tabakerhitzern (tabacco heating-systems, THS) durch. Erste Ergebnisse zu......
12.12.17
Jeder fünfte Schüler raucht Wasserpfeife
Berlin – Jeder zweite Zehntklässler in Deutschland hat schon einmal Tabak aus einer Shisha geraucht. 15 Prozent der Zehntklässler greifen regelmäßig zur Wasserpfeife, häufiger tun dies Jungen als......
11.12.17
Absolutes Rauchverbot in Österreich kippt, Jugendschutz soll erweitert werden
Wien – Das für 2018 geplante absolute Rauchverbot in Österreichs Gaststätten soll nach dem Willen von ÖVP und FPÖ nicht umgesetzt werden. Darauf haben sich Konservative und Rechtspopulisten in ihren......
07.12.17
Krebshilfe: Filme mit Raucherszenen ins Nachtprogramm verbannen
Stuttgart – Filme mit Raucher-Szenen sollten nach Ansicht der Deutschen Krebshilfe ins Nachtprogramm der Fernsehsender verbannt werden. „In zahlreichen Krimis greift der Kommissar zur Zigarette“,......
24.11.17
Immer mehr Raucher steigen auf E-Zigaretten um
Düsseldorf – Immer mehr Raucher steigen auf E-Zigaretten um. Wie die Wirtschaftswoche heute unter Berufung auf Daten des Marktforschungsinstituts Nielsen berichtete, lag der Umsatz von Händlern,......
07.11.17
Kohlenmonoxid­vergiftungen durch Shisharauchen nehmen zu
Düsseldorf – In der Düsseldorfer Uniklinik müssen immer mehr Shisharaucher mit schweren Kohlenmonoxidvergiftungen behandelt werden. Die Klinik berichtete heute von einem sprunghaften Anstieg der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige