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Ärzteschaft

Die medizinische Versorgung wird immer ambulanter

Mittwoch, 26. Juli 2017

/Paolese, stock.adobe.com

Berlin – Ein wachsender Anteil an Patienten in Deutschland wird in den Praxen der niedergelassenen Ärzte versorgt. Das zeigt eine neue Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). „Der Wandel in der Versorgung – weg vom Kranken­haus, rein in die Praxen –, dieser Wandel ist nicht von uns postuliert, er findet statt! Das zeigen die neuesten Zahlen einmal mehr“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen.

Das Institut untersuchte rund 4.200 Abrechnungsziffern. Außerdem analysierten die Wissenschaftler Krankenhausfälle mit ambulant-sensitiven Diagnosen. Das sind Krankenhausfälle, die durch eine vorausschauende ambulante Behand­lung grundsätzlich vermeidbar sind oder ebenso in einer niedergelassenen Arztpraxis hätten versorgt werden können. Den Effekt der ambulanten Versorgung bestimmten die Epidemiologen des Zi anhand der Veränderung der Belegungstage im Krankenhaus.

Nach Berücksichtigung der demografischen Entwicklung stiegen die in Arztpraxen erbrachten Leistungen zwischen 2011 und 2013 um 2,6 Prozent, während im Kranken­hausbereich die Belegungstage um 0,2 Prozent sanken. „Die Studie liefert einen weite­ren Hinweis auf die steigende Bedeutung der ambulanten Versorgung. Auch aus anderen Studien wissen wir, dass im Idealfall etwa zwölf Prozent aller Krankenhaus­fälle auch ambulant durchgeführt werden könnten. Bezieht man die vermeidbaren Notfallaufnahmen im Krankenhaus mit ein, kommt man sogar auf 20 Prozent vermeid­bare Krankenhausfälle“, erklärte Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi.

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Zu den Leistungen, die zunehmend im ambulanten Bereich stattfinden beziehungs­weise die besonders geeignet sind, Krankenhauseinweisungen zu vermeiden, gehören laut der Studie unter anderem Dialysebehandlungen, Koloskopien, geriatrische Leistungen von Hausärzten sowie bestimmte hautärztliche und augenärztliche Ein­griffe.

„Leider hinkt die Ressourcenverteilung dieser Entwicklung hinterher. Die Politik setzt einseitig auf finanzielle Förderung der Krankenhäuser“, sagte Gassen. Er betonte, bis­lang fehle den Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen die Möglichkeit, im Rahmen der jährlichen Vergütungsverhandlungen Maßnahmen zur Förderung des Strukturwandels zu vereinbaren. „Wir brauchen dafür eine rechtliche Grundlage“, forderte der KBV-Chef.  © hil/aerzteblatt.de

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Narkoleptiker
am Mittwoch, 26. Juli 2017, 20:32

Da gibt es nur ein klitzekleines Problem

Menschen, die nicht über Familie und ein familiäres Umfeld verfügen, dass nach einem ambulanten Eingriff (oder auch bei jeder anderen schweren Erkrankung, ggf. mit Bewegungseinschränkungen u.ä.) unterstützen kann, fallen in ein Reglungsloch. Haushaltshilfen, Pflege, alles wunderbar für Familien mit Kindern geregelt.

Sind sie jedoch Single, dann haben Sie ein Problem. Haushaltshilfe gibt es keine. Pflegedienst... reden wir nicht darüber. Ich habe das mehrfach durch und kann nur sagen: Hier muss was getan werden.

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